Hoffnungsschimmer für Hertha BSC, Zwischenrunden-Einzug für Werder Bremen und eine enttäuschende Nullnummer für den Hamburger SV: Bundesliga-Schlusslicht Berlin wahrte in der Fußball-Europa-League durch ein 3:2 (1:2)-Erfolg beim SC Heerenveen in der Gruppe D seine Chance auf den Einzug in die Zwischenrunde.

Werder Bremen ist unterdessen in der Gruppe L nach einem glücklichen 2:0 (0:0)-Sieg gegen Austria Wien bereits in die K.o.-Runde eingezogen. Der Hamburger SV kam hingegen Celtic Glasgow nicht über ein 0:0 hinaus, hat es aber weiterhin selber in der Hand, die Gruppe C auf einem der ersten beiden Plätze zu beenden.

Waleri Domowtschiski und Artur Wichniarek haben die kampfstarken B-Elf von Berlin zum Sieg geführt und bescherten der Hertha den ersten Sieg nach zuvor 12 Pflichtspielen ohne Erfolgserlebnis.

Domowtschiski glich die Führung der Gastgeber zweimal aus (21. und 52.), Wichniarek erzielte in der Nachspielzeit den umjubelten Siegtreffer (90.+1). Es war das erste Tor des Angreifers im 13. Spiel nach seiner Rückkehr aus Bielefeld. Domowtschiski hatte noch Pech mit einem Pfostenschuss (61.).

„Die Mannschaft hat sich nicht aus dem Konzept bringen lassen. Aus meiner Sicht haben wir, wenn auch vom Zeitpunkt her glücklich, nicht unverdient gewonnen. Wir haben das Ziel, auch nach diesem Spiel noch die Chance auf Platz zwei zu haben, erreicht. Ich hoffe, dass dieser Sieg uns einen Schub gibt“, sagte Trainer Friedhelm Funkel.

Drei Tage vor dem Kellerduell mit dem 1. FC Köln in der Liga präsentierte sich das auf fünf Positionen veränderte Team von Funkel kämpferisch zwar deutlich verbessert, aber vor allem in der Defensive zunächst stark verunsichert. Der ehemalige Bundesliga-Stürmer Michal Papadopulos (3./36.) bestrafte mit seinen Toren die Fehler der Gäste, die dann aber in ihrem 84. Europapokalspiel der Vereinsgeschichte immer besser in die Begegnung fanden.

Borowski bricht den Bann

Tim Borowski (81.) und der zur Pause eingewechselte Hugo Almeida (84.) schossen die Bremer zum Sieg. Nationaltorhüter Tim Wiese verhinderte zuvor mit einigen Glanzparaden einen Rückstand. Werder ist durch den Erfolg seit 18 Pflichtspielen ungeschlagen.

„Wir haben uns etwas schwer getan. Da gab es einige Szenen, mit denen ich nicht so zufrieden war. Zum Glück hatten wir in Tim Wiese einen Torwart, der uns im Spiel gehalten hat. Aber in der zweiten Hälfte haben wir das Spiel dann rumgerissen und nach dem Tor klarere Aktionen gehabt“, kommentierte Werder-Trainer Thomas Schaaf anschließend das Match. Durch das 1:1 im Duell der Gruppenkonkurrenten zwischen Nacional Funchal und Athletic Bilbao ist Bremen (10 Punkte) nicht mehr von einem der ersten beiden Plätze zu verdrängen.

In Hamburg blieben die Gastgeber bei strömendem Regen bereits im dritten Spiel in Folge sieglos und trübten gleichzeitig den 73. Geburtstag von Idol Uwe Seeler. „Wir haben heute nicht das Quäntchen Glück gehabt. Wir hatten zwei richtig gute Chancen, aber der Ball wollte nicht reingehen. Jetzt müssen wir nach vorne schauen und zunächst mal in der Bundesliga weiter punkten“, sagte Nationalspieler Marcell Jansen.

Besonders nach dem Wechsel übten die Hanseaten Druck aus und schnürten Celtic teilweise in deren Hälfte ein. Dabei konnte Eljero Elia (53., 57.) zwei Chancen nicht nutzen. In der 54. forderten die Hamburger einen Elfmeter, nachdem Daniel Fox den Ball mit dem Oberarm im Strafraum berührt hatte. Schiedsrichter Velasco Carballo ließ nach Rücksprache mit seinem in der Europa League eingesetzten Torrichter allerdings weiterspielen.

„Wir haben sehr gut in das Spiel reingefunden und hatten in den ersten 15 Minuten auch gute Möglichkeiten, die wir leider nicht ganz konsequent genutzt haben. Wir müssen mit diesem Punkt zufrieden sein und können auch damit leben. Wir haben es nun selbst in der Hand, in den nächsten beiden Spielen die Sache für uns zu entscheiden“, meinte Trainer Bruno Labbadia.

sid/fb