Hertha BSC geht am Stock, bei Werder Bremen läuft’s, und der Hamburger SV marschiert Richtung Zwischenrunde - mit höchst unterschiedlichem Tempo geht es für das Trio des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in die „zweite Halbzeit“ der neuen Europa League.

Dabei sind die Berliner wie schon in der Bundesliga auch auf internationaler Ebene im Überlebenskampf angekommen. „Wir wollen gewinnen und die Chance nutzen, doch noch Gruppenzweiter zu werden. Wir schenken nicht ab“, sagte Trainer Friedhelm Funkel vor dem Gastspiel des Bundesliga-Schlusslichts am Donnerstag (19.00 Uhr/live bei Sky) beim SC Heerenveen in den Niederlanden.

Dennoch: Priorität hat beim Hauptstadtklub das Kerngeschäft Bundesliga, in dem am Sonntag (17.30 Uhr/live bei Sky und Liga total) der 1. FC Köln zum Keller-Derby ins Olympiastadion kommt. Funkel: „In unserer Situation muss der Schwerpunkt auf der Liga liegen.“

Nicht leichter wird die Aufgabe gegen Heerenveen, das vor zwei Wochen im Hinspiel in Berlin 1:0 siegte, durch die Personalprobleme bei der Hertha.

Gleich vier Leistungsträger stehen nicht zur Verfügung, Funkel kann und will nicht ausschließen, dass junge Nachwuchskräfte möglicherweise sogar in der Startformation stehen.

Werder ohne Frings und Pizarro

Zu Umbaumaßnahmen ist auch Funkels Bremer Kollege Thomas Schaaf gezwungen. Kapitän Torsten Frings fällt definitiv wegen eines Muskelfaserrisses im Oberschenkel aus, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit muss auch Torjäger Claudio Pizarro wegen einer Fußprellung passen. Bei einem Sieg gegen Austria Wien am Donnerstag (21.05 Uhr/live bei Sky und Sat.1) wäre den Hanseaten nur noch theoretisch der Einzug in die Zwischenrunde zu nehmen.

Und so will Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs die Besetzungsprobleme speziell in der Offensive nicht als Ausrede verstanden wissen: „Die Situation ist nicht optimal, aber nun müssen andere die Ausfälle kompensieren.“ Man hofft an der Weser darauf, dass bei dem lange an Kniebeschwerden laborierenden Schweden Markus Rosenberg gegen den österreichischen Pokalsieger der Knoten platzt.

Mit einem Sieg am Donnerstag (19.00 Uhr/live bei Sky und Sat.1) gegen Celtic Glasgow könnte auch Werder-Nordrivale HSV einen großen Schritt Richtung K.o.-Runde vollziehen. „Drei Punkte wären sehr wichtig für uns in unserer engen Gruppe“, erklärte Hamburgs Trainer Bruno Labbadia, der vor dem sieglosen Schlusslicht aus Schottland warnt: „Es ist die letzte Chance für Celtic, die Spieler werden hochmotiviert sein.“

Im Gegensatz zum Hinspiel vor zwei Wochen auf der Insel kann Nationalspieler Andreas Hinkel diesmal das grün-weiß gestreifte Trikot des 42-maligen schottischen Meisters tragen. Nach überstandenen Knieproblemen sieht er sein Team nicht als krassen Außenseiter: „Wir haben die Qualität, den HSV in seinem eigenen Stadion zu schlagen.“

sid/fb