Der Hamburger SV stürmte den Celtic Park, Werder Bremen verschenkte einen Sieg, Hertha BSC Berlin spielte vor einer Geisterkulisse wieder Gruselfußball: Nur der ersatzgeschwächte HSV erkämpfte am Donnerstag in der Europa League einen Sieg. Der frühere Europapokalsieger nahm mit einem 1:0 (0:0) beim 42-maligen schottischen Meister Celtic Glasgow Kurs auf die Zwischenrunde.
Werder verspielte beim 2:2 (1:0) bei Austria Wien eine 2:0-Führung, behauptete in der Gruppe L aber die Tabellenführung. Die Hertha kassierte beim 0:1 (0:1) gegen den SC Heerenveen im Olympiastadion die elfte Niederlage in den vergangenen 12 Pflichtspielen. In der Gruppe D ist das Bundesliga-Schlusslicht Tabellenletzter.
Der in den vergangenen Wochen arg gescholtene Millioneneinkauf Marcus Berg bescherte dem HSV den Sieg. Mit seinem dritten Treffer im laufenden Wettbewerb (63.) sorgte der Schwede für eine gelungene Generalprobe für das Spitzenspiel in der Fußball-Bundesliga am Sonntag bei Schalke 04.
45.000 Zuschauer im Celtic Park sahen im ersten Durchgang eine verbissen geführte Partie ohne spielerische Höhepunkte. Die Platzherren, die in der Starformation auf den wieder genesenen deutschen Nationalspieler Andreas Hinkel verzichteten, fanden über den Kampf jedoch ein wenig besser in die Begegnung. Nach dem Seitenwechsel kam Celtic erneut schwungvoller aus der Kabine, scheiterte jedoch ein ums andere Mal an der eigenen Schwäche im Abschluss. So überstand der HSV die Druckphase der Schotten schadlos und antwortete mit einem Lattentreffer durch Eljero Elia.
Werder reichten Pizarros Saisontore fünf und sechs auf internationaler Bühne nicht. In Wien traf der Peruaner in der 19. Minute per Kopfball und legte in der 63. Minute nach.
Durch einen von Per Mertesacker abgefälschten Distanzschuss kam Wien durch Emin Sulimani (73.) zum Anschlusstreffer, dem eingewechselten Brasilianer Schumacher gelang in der 87. Minute der Ausgleich. Dennoch behauptete Werder die Tabellenführung in der Gruppe L.
„Ich bin ziemlich genervt. Diesmal haben wir nicht bis zum Schluss gekämpft“, kritisierte Torhüter Tim Wiese die Einstellung seiner Teamkollegen. Auch der Vorstandsvorsitzende Klaus Allofs war mit dem Resultat un zufrieden: „Das war sehr ärgerlich. Ich dachte, die Mannschaft sei schon einen Schritt weiter. Das viele Lob ist Einigen wohl nicht so gut bekommen.“
Vor nur 13.134 Zuschauern im Berliner Olympiastadion erzielte Hernan Losada in der 36. Minute das Tor für die Gäste. Nach einem Angriff über die rechte Seite kam der Mittelfeldspieler aus kurzer Distanz völlig unbedrängt zum Schuss. In der 76. Minute sah Heerenveens Daryl Janmaat kurz nach seiner Einwechslung wegen groben Foulspiels gegen Nemanja Pejcinovic die rote Karte. Herthas Patrick Ebert (90.+4) flog mit Gelb-Rot vom Platz.
Hertha war zwar das Bemühen anzumerken, sich für die schlechten Leistungen der vergangenen Wochen zu rehabilitieren. Die Berliner begannen offensiv und hatten durch Adrian Ramos in der Anfangsphase zwei Chancen. Doch die Hertha agierte glücklos und musste sich früh Pfiffe gefallen lassen.
sid/jr




