Kicker-Ticker

Netzer gibt Hoeneß Schuld an der Wolfsburger Krise

Günter Netzer macht Manager Dieter Hoeneß für die Lage beim VfL Wolfsburg verantwortlich. Außerdem: Per Mertesacker dementiert Wechselgerüchte.

++++ Die Kritik an Dieter Hoeneß wegen der prekären Situation beim VfL Wolfsburg nimmt zu. Der ehemalige Nationalspieler Günter Netzer machte in der „Bild am Sonntag“den VfL-Manager für die Lage beim abstiegsbedrohten Bundesligisten verantwortlich. „Natürlich muss sich Dieter Hoeneß als Manager an der sportlichen Situation messen lassen“, schrieb Netzer. Hoeneß hatte vorigen Montag Trainer Steve McClaren beurlaubt. Unter Interimscoach Pierre Littbarski verlor Wolfsburg jedoch am Samstag 0:1 gegen den Hamburger SV und steht nur noch knapp über dem Relegationsplatz. Die Fans hatten den Absturz mit wütenden „Hoeneß raus“-Rufen quittiert. ++++

++++ Nationalspieler Per Mertesacker ist Spekulationen entgegengetreten, wonach sein Wechsel ins Ausland nach der Bundesliga-Saison bereits beschlossene Sache sei. „Ich will mit aller Macht verhindern, dass man mir nachsagen kann, ich sei einSöldner und würde nur ans Geld denken“, sagte Werder Bremens Abwehrspieler der „Bild am Sonntag“. Aktuell wolle er sich nur auf die prekäre sportliche Situation in Bremen konzentrieren:„Alles, was uns im Abstiegskampf nicht weiterhilft, interessiert nicht.“ Ein Verbleib in Bremen sei auch ohne Teilnahme am Europapokal durchaus möglich. Er sei „seit Jahren mit Leib und Seele“ dabei. „Deshalb ist nichts ausgeschlossen“, sagte der 74-fache Nationalspieler. Mertesacker, dessen Vertrag noch bis 2012 läuft, war wiederholt mit dem FCArsenal in Verbindung gebracht worden. ++++

++++ Vor dem Bundesliga-Heimspiel von Eintracht Frankfurt gegen Bayer Leverkusen (0:3) haben gewaltbereite Anhänger der Hessen zwei Leverkusener Fans krankenhausreif geschlagen . Die Frankfurter hatten mehrere gegnerische Fans vor einem Lokal in Offenbach attackiert. Dabei erlitt ein Leverkusener einen achtfachen Schulterbruch. Ein junger Offenbacher, der ein Leverkusen-Trikot anhatte, trug eine Platzwunde am Kopf und eine Gehirnerschütterung davon. Mehrere Personen wurden leicht verletzt. Die Polizei nahm zwölf Verdächtige im Anschluss vorläufig fest und fertigte Strafanzeigen wegen schweren Landfriedensbruchs und Körperverletzung. Laut Mitteilung eines Offenbacher Polizeisprechers hatten sich rund 50 mit einem Bus angereiste Bayer-Fans mit befreundeten Anhängern des Fußball-Drittligisten Kickers Offenbach zum Mittagessen in einer Gaststätte getroffen. Zum selben Zeitpunkt versammelten sich etwa 40 bis 50 Eintracht-Anhänger in einer Parkanlage nahe des OFC-Stadions und stürmten dann in das Lokal. Bei der Attacke kamen laut Polizeimitteilung auch Schlagwerkzeuge und Pfefferspray zum Einsatz. ++++

++++ Drittligist FC Hansa Rostock verurteilt die Angriffe auf Journalisten im Vorfeld des Heimspiels gegen Werder Bremen II. Der Verein arbeite „derzeit an der lückenlosen Aufklärung“ der Vorfälle, heißt es in einer Pressemitteilung. Hansa habe umgehend Kontakt zu den betroffenen Medienvertretern aufgenommen und sich für den entstandenen materiellen und ideellen Schaden entschuldigt. Vor der Partie waren Medienvertreter, die auf dem Weg zum Presseparkplatz waren, von Vermummten massiv bedroht und deren Pkw demoliert worden. ++++

++++ „Good Bye, Lenin“ auf Ukrainisch : Die Statue des einstigen Sowjetführers ist aus einem Werbevideo für die Europameisterschaft 2012 herausgeschnitten worden . Bei einem Schwenk über den Unabhängigkeitsplatz in der ostukrainischen Stadt Charkow fehlt das Lenin-Denkmal. „Wir sollten zu unserer Geschichte stehen und nicht alles der Werbung opfern“, kritisierte eine Sprecherin der Kommunistischen Partei nach Angaben von Radio Swoboda. Hingegen rechtfertigte Alexander Gontscharenko von der zuständigen Werbeagentur die Zensur. „Wir haben für den Film jede Art von Werbung und politischer Einflussnahme entfernt“, sagte er. Der 90 Sekunden lange Film unter dem Motto „Schalte die Ukraine an“ soll in vielen europäischen Ländern sowie den USA für das Großturnier werben. ++++