Motorsport

Rallye Dakar – Königliche SMS für Sieger Sainz

Zweimal Rallye-Weltmeister, viermal Zweiter, 26 Einzelsiege und im vierten Anlauf auch Sieger der Rallye Dakar. Carlos "El Matador" Sainz hat seiner beeindruckenden Karriere den letzten noch fehlenden Erfolg hinzugefügt. Im Interview mit Morgenpost Online spricht der 47-Jährige über königliche Glückwünsche und tödliche Gefahren.

Morgenpost Online: Herr Sainz, hat Ihnen Spaniens König Juan Carlos schon zum Dakar-Sieg gratuliert?

Carlos Sainz: Ja, ich habe aus Madrid eine SMS bekommen.

Morgenpost Online: Sie haben im Rallyesport alles gewonnen. Was macht den neuen Triumph für Sie so wertvoll?

Sainz: Die Dakar verzeiht keinen Fehler. Du kannst 13 von 14 Etappen gewinnen und doch scheitern. Wenn Du aber siegst, dann ist das eine grandiose Bestätigung der eigenen Leistung, der Leistung des Co-Piloten und der Leistung eines perfekten Teams. Darum an dieser Stelle danke an Volkswagen und danke an Lucas Cruz. Die Dakar summiert die Arbeit eines ganzen Jahres. Deswegen ist ein Erfolg so außerordentlich befriedigend.

Morgenpost Online: Sie hatten bis zur letzten Etappe harte Konkurrenz von Ihrem Teamkollegen Al-Attiyah, haben sich über Berührungen beim Überholen beklagt. Mangelt es an Respekt untereinander?

Sainz: Einiges war nicht ganz in Ordnung, aber ich habe mich immer wieder nur auf den kommenden Tag konzentriert. Nasser ist sehr schnell und sehr ehrgeizig. Manchmal musst Du bei der Dakar bewusst Tempo rausnehmen. Doch das ist jetzt kein Thema mehr. Er hat mir zum Sieg gratuliert.

Morgenpost Online: VW-Sportchef Kris Nissen hat keine Stallorder verhängt?

Sainz: Wir sind ein professionelles Team mit erfahrenen Fahrern. Kris hat gesagt, er wünsche sich so viele blaue Autos (VW-Werksfarbe – d.R.) auf den ersten Plätzen wie möglich. Das haben wir geschafft.

Morgenpost Online: Dem Jubel der vielen tausend begeisterten Fans steht ein tödlicher Unfall gegenüber.

Sainz: Alles, was ich als Fahrer zu so einem Unglück sagen kann, klingt wie eine Rechtfertigung. Die Fans standen definitiv in einer verbotenen Zone und auch noch auf der Außenseite. Dennoch ist das Ganze tragisch. Das meine ich ehrlich. Aber wer mir das glauben will oder nicht, kann ich nicht beeinflussen.

Morgenpost Online: Akzeptieren Sie Leute, die wegen der Gefahr die Rallye ablehnen?

Sainz: Ich akzeptiere jeden, erwarte aber, dass er mir die Gelegenheit und Freiheit gibt, meine Sicht der Dinge zu erklären.

Morgenpost Online: Sie sind 47 Jahre alt. Zeit für einen Rücktritt, um vielleicht Präsident ihre Lieblings-Fußballklubs Real Madrid zu werden?

Sainz: Nein, wir haben einen guten Präsidenten. Es ist eher Zeit, sich auf die Dakar 2011 vorzubereiten. Ich fühle mich gesund, fahre für ein Spitzenteam und würde den Dakar-Titel gern verteidigen.

Morgenpost Online: 2011 könnte die Rallye nach zwei Jahren in Südamerika wieder nach Afrika zurückkehren. Würden Sie das begrüßen?

Sainz: Ich würde gern noch einmal in Südamerika starten. Die Strecke war sehr schwierig, eine der härtesten bislang. Die vielen Zuschauer motivieren enorm. Aber es ist eine Sache des Veranstalters und der Teams zu entscheiden, wo wir starten. Gewinnen macht auch in Afrika Freude und ist auch da schwer.