In letzter Minute hat der Berliner Fußball-Regionalligist Türkiyemspor die drohende Insolvenz abgewendet. Mehrere Gläubiger verzichten auf ihr Geld und reduzierten damit die Schuldenlast nahezu auf die Hälfte. Das gab der Aufsichtsrat des Clubs am Sonntag auf einer Versammlung im Rathaus Kreuzberg bekannt. Der Verein stand zuvor mit insgesamt knapp 640.000 Euro bei seinen Gläubigern in der Kreide.
„Wir melden keine Insolvenz an, sondern beginnen jetzt sofort mit der Sanierung des Vereins“, sagte Aufsichtsratsmitglied Mehmet Matur. Ursprünglich wollte Türkiyemspor am Montag beim Amtsgericht einen Insolvenzantrag stellen. Die erste Mannschaft des Vereins schwebt in der Regionalliga Nord als siegloser Tabellenletzter in Abstiegsgefahr.
Sieben ehemalige Vorstandsmitglieder hatten Forderungen an Türkiyemspor, die sich zwischen 7500 Euro und 169.000 Euro bewegten. Vier dieser Gläubiger haben schriftlich ihren Verzicht auf das Geld erklärt. Darunter ist in Kadir Aslan auch der Mann, dem der Verein das meiste Geld, 169.000 Euro, schuldete.
Die übrigen drei Vorstandsmitglieder haben telefonisch dem Verzicht zugestimmt. Die größte Last ist nun die zu tilgende Summe beim Finanzamt, es handelt sich um rund 150.000 Euro. Der Club hofft, dieses Geld in kleinen Raten abbezahlen zu können.
Den Spielbetrieb in der Regionalliga wird Türkiyemspor auf jeden Fall fortführen – wenngleich mit einem Etat „im Minimalbereich“, wie Mehmet Matur sagte.
dpa/sei

