Erinnern Sie sich noch an Bumsi, den Problembären (Biathlon-WM 2007)? Oder an Phivos und Athina, die griechischen Amöben (Sommerspiele 2004)? An die Kastenköpfe Neve und Gliz (Winterspiele 2006), über die gelästert wurde: „Sie sind so hässlich, dass man den Sportgerichtshof anrufen müsste“? An Waldi, den Wackeldackel (Sommerspiele 1972) oder Hidy und Howdy, die peinlichen Plüscheisbären (Winterspiele 1988)? Nein? Macht nichts.
Am Samstag beginnen in Berlin die Leichtathletik-Weltmeisterschaften, und schon drängt ein neues Maskottchen auf den Markt. Berlino heißt es.
Wer bei diesem Namen zunächst an ein Hochdachkombiauto französischer Herkunft denkt, liegt falsch. Berlino ist nicht Berlingo, sondern ein Bär. Das ist zwar nicht originell, aber immerhin ist das Tier massenkompatibel und schimmelbeständig im Gegensatz zur Orange Naranjito, die nach der Fußball-WM ’82 in Kinderzimmern weltweit vergammelte.
Zum Leidwesen vieler Ästheten ist es längst Gepflogenheit, dass jedes große Sportereignis meint, ein Maskottchen haben zu müssen.
Weniger der Kinderbelustigung im Stadion oder der Identifikation wegen, als vielmehr um Heerscharen von Plüschtieren unters zahlende Volk zu bringen. Wir lernen: Marketinginstrumente müssen nicht schön sein, sondern effektiv.
Lernwillig zeigen sich nun die Verantwortlichen in Deutschland. Im Gegensatz zum Ladenhüter der Fußball-WM 2006, Löwe Goleo, trägt Berlino eine Hose, und seine Spezies wird nicht nur in deutschen Zoos gesichtet. Außerdem trägt Berlin den Bären im Wappen, womit der lokale Aspekt bedient wäre.
Den versuchten schon die Veranstalter in Osaka 2007 bei ihrer Leichtathletik-WM zu betonen. Sie schufen ein Wesen namens Traffie, das angeblich Ähnlichkeit mit den typisch japanischen Comicfiguren gehabt haben soll. Es sah allerdings aus wie eine Mischung aus Mister Spock, einer Blaubeere und Fix und Foxi.





