Das Motto ist treffend gewählt. Wobei sich das "Willkommen zu Hause“ nicht auf die Rückkehr der deutschen Fußball-Nationalmannschaft von der WM in Südafrika bezieht. Gemeint ist das Wiedersehen der Zweitliga-Kicker des 1. FC Union mit ihren Fans. Am Montag um 18 Uhr fällt im Stadion an der Alten Försterei der offizielle Startschuss für die Vorbereitung auf die Saison 2010/11.
Der Tag beginnt für die Spieler allerdings schon am Morgen mit dem obligatorischen Laktattest. Für Trainer Uwe Neuhaus ein erster Fingerzeig, inwiefern das sechstägige Lauftrainingslager in Oberhof vor zwei Wochen bereits bei den Spielern angeschlagen hat. Oder aber – im negativen Fall – wer sich in der vergangenen trainingsfreien Woche nicht an seinen persönlichen Übungsplan gehalten hat. Welche Auswirkungen schlechte Laktatwerte haben können, hat man gerade erst beim Stadtrivalen Hertha BSC gesehen. Markus Babbel, Coach des Bundesliga-Absteigers, musste wegen ernüchternder Ergebnisse bei nicht weniger als 13 Spielern den Trainingsplan umbauen, tägliches Straftraining ab 7.30 Uhr inklusive.
Ähnliches dürfen sich die Unioner nicht erlauben. Denn bis zum Pflichtspiel-Start am 15. August mit der Partie in der ersten DFB-Pokalrunde beim Halleschen FC bleiben nur fünf Wochen, um erneut eine schlagkräftige Einheit ins Rennen zu schicken. Wer nach einer insgesamt guten Saison 2009/10, die der damalige Aufsteiger im Frühjahr als Zwölfter beendet hat, hochfliegende Pläne oder gar Gedanken an einen Sprung in die Bundesliga erwartet, wird enttäuscht werden. Zu Recht, gilt doch das zweite Jahr nach einem Aufstieg meist als das schwierigere. So ließ Klubchef Dirk Zingler bereits wissen: "Wir wollen uns in der Zweiten Liga erst einmal etablieren.“ Eine Aufgabe, die nicht zu unterschätzen ist.
Mehr als 2500 Dauerkarten verkauft
Denn jene große Euphorie wie vor Jahresfrist, als Union nach einem grandiosen Drittliga-Jahr in die Zweite Liga zurückgekehrt und fast schon unbekümmert in die Spielzeit gestartet war, wird es diesmal kaum geben. Auch der Bonus des bei der Konkurrenz weitgehend unbekannten Neulings, noch dazu mit neuem Stadion, wird es nicht geben. Von einem Auftakt wie in der vergangenen Spielzeit auszugehen, als Union fünf Siege und zwei Unentschieden eingefahren hat, wäre höchst fahrlässig. Dafür hat es das Auftaktprogramm mit den Begegnungen in Aachen, gegen die spielstarken Fürther, in Paderborn und dem Lokalderby gegen Hertha BSC am vierten Spieltag in sich.
So vertraut man bei Union erneut dem glücklichen Händchen von Trainer Neuhaus und Teammanager Christian Beeck in Sachen Neuverpflichtungen. Mit dem Niederländer Santi Kolk wurde ein Mittelfeldregisseur verpflichtet, der die Qualität im Offensivspiel erhöhen soll. Und mit Ahmed Madouni steht der Abwehr ein ebenfalls erfahrener neuer Mann zur Verfügung. Im Tor erhofft man sich durch die Verpflichtung von Marcel Höttecke als Konkurrent zu Stammkeeper Jan Glinker ebenfalls eine Qualitätssteigerung. Darüber hinaus sollen Jerome Polenz (Abwehr) und Stürmer Halil Savran den Etablierten Druck machen.
Das Interesse an Union ist bei den Fans jedenfalls ungebrochen. Mehr als 2500 Dauerkarten wurden bislang abgesetzt. Ticketing-Chef Björn Schmadtke rechnet jedoch nach dem Ende der Fußball-WM spätestens ab heute damit, "dass sich noch mehr unserer Fans den mit dem Kauf einer Dauerkarte verbundenen Vorteil sichern werden“.




