Morgenpost Online: Herr Tschigir, haben Sie ein schlechtes Gewissen?
Alexander Tschigir: Warum?
Morgenpost Online: Weil Sie als 40-Jähriger dem 25-jährigen Duisburger Tim-Ole Fischer den Platz im WM-Kader weggeschnappt haben.
Alexander Tschigir: Erstens fühle ich mich nicht wie ein 40-Jähriger. Zweitens ist es ja nicht schlecht, wenn ich den Jungen da ein bisschen Druck mache.
Morgenpost Online: Waren Sie überrascht, als Hagen Stamm gefragt hat, ob Sie noch einmal zurückkommen würden?
Alexander Tschigir: Das waren zwei Sachen. Er hat angefragt, ich habe aber auch bei der Finalserie gesehen, dass die Leistungen der beiden Torhüter für internationale Spiele vielleicht noch nicht ausreichen. Danach habe ich entschieden, zurückzukehren.
Morgenpost Online: Sie sollten ursprünglich als Torwarttrainer mitreisen.
Alexander Tschigir: Nach den Olympischen Spielen hatte ich entschieden, meine Karriere in der Nationalmannschaft zu beenden. Aber ich fühle mich sehr wohl, nicht wie ein 40-jähriger, alter Opa (lacht). Das passt schon alles.
Morgenpost Online: Sind Sie trotzdem immer noch auch der Torwarttrainer?
Alexander Tschigir: Ja, irgendwie schon. Das einzige ist, ich muss ins Wasser und nicht am Beckenrand sitzen. Hagen Stamm hat auch nach meinem Rat gefragt, wer als zweiter Torwart nominiert werden soll. Da habe ich meine Meinung gesagt.
Morgenpost Online: Wollen Sie in Rom Ihren Titel als bester Torwart des Turniers verteidigen?
Alexander Tschigir: Immer! Das hat zwei Mal geklappt, jetzt versuche ich es ein drittes Mal.
Welche Ziele haben Sie mit der Mannschaft?
Alexander Tschigir: Wir wollen versuchen, in der Gruppe mindestens Zweiter zu werden, dann sind alle Karten offen. Unser Ziel ist Platz fünf bis acht.
Morgenpost Online: Wie sind Südafrika und Kanada einzuschätzen?
Alexander Tschigir: Südafrika ist wahrscheinlich nicht ganz so stark, bei Kanada müssen wir ein bisschen aufpassen.
Morgenpost Online: Oliver Kahn hat letztes Jahr aufgehört und gesagt: Er sei jetzt fast 40 und trage im Beruf noch kurze Hosen, damit müsse jetzt Schluss sein.
Alexander Tschigir: Vielleicht kommt dieser Knackpunkt bei mir im nächsten Monat. Momentan bin ich aber gesund und fit, alles läuft gut.
Morgenpost Online: Denken Sie gar denn nicht ans Aufhören?
Alexander Tschigir: Doch langsam schon. Aber ich habe als Spieler noch zu viel Spaß.





