Die Wasserfreunde Spandau 04 sind zum 30. Mal deutscher Wasserball-Meister der Männer. Am Mittwochabend gewannen die Berliner das vierte Play-off-Spiel beim ASC Duisburg mit 11:10 (2:2, 4:2, 2:2, 1:3, 2:0, 0:1) nach Verlängerung. Damit feierten die Berliner in der Serie von maximal fünf Finalspielen den dritten und entscheidenden Sieg. Die Duisburger hatte eine Partie gewonnen.

Bereits vor einer Woche hatte Spandau den Auftakt im Duisburger Freibad mit 9:6 für sich entschieden, doch danach im folgenden Heimspiel überraschend mit 5:6 verloren. In der dritten Partie siegten wiederum die Berliner mit 7:4. Die Duisburger wollten ein fünftes Match am kommenden Samstag in Berlin erzwingen. Beim 4:3 führte der Gastgeber erstmals, aber Spandau konterte zur 6:4-Halbzeitführung. In einem furiosen Schlussviertel glichen die Westdeutschen sieben Sekunden vor Ultimo zum 9:9 aus, so dass die Verlängerung von zweimal drei Minuten die Entscheidung bringen musste.

Bester Torschütze beim Sieger war mit vier Treffern Erik Bukowski, der anschließend auch als Spieler des Jahres geehrt wurde.

Seit 1979 dominiert Spandau mit nur zwei Unterbrechungen 1983 (Waspo Hannover) und 2006 (SV Cannstatt) den deutschen Wasserball. Insgesamt haben die Spandauer seit ihrer Klubgründung im Jahr 1976 nun 71 nationale und internationale Titel zu verzeichnen, das sind mehr als zwei Titel pro Jahr. Das ist eine in Deutschland einmalige Erfolgsstory.

Der Titelgewinn wurde ausgelassen zelebriert, aber nicht in einem Nobel-Restaurant, sondern in einem fahrbaren Untersatz: Die Wasserballer von Spandau 04 feierten gemeinsam mit ihren Fans, die ihr Team mit einem Bus in Duisburg abgeholt hatten. Nach lautstarken Gesängen war der Champion am Donnerstagmorgen um 4.45 Uhr wieder am heimischen Forumbad am Berliner Olympiastadion eingetroffen.

„Natürlich freuen wir uns über den Jubiläumstitel, und wir freuen uns umso mehr, weil er hart erarbeitet worden ist“, sagte Manager Peter Röhle. Und: „Wir sind verdient wieder Meister geworden, aber Duisburg hat aufgeholt. Das ist gesund und gut für den deutschen Wasserball.“

Die Feierlichkeiten waren noch nicht beendet, da trieben die Verantwortlichen die Planung für die kommende Saison voran. Definitiv nicht mehr zur Verfügung stehen werden in Sören Mackeben und Marko Savic zwei langjährige National- und Führungsspieler, die ihre Laufbahn beenden. Tobias Preuß, ebenfalls Nationalspieler, hat ein Vierjahresstipendium in den USA erhalten.

„Mit allen anderen wollen wir weitermachen, sie haben entsprechende Angebote bekommen“, erklärte Röhle. Ob der ehemalige Wasserfreunde-Kapitän Marc Politze, der in der vergangenen Saison bei Posilippo Neapel in Italien unter Vertrag stand, nach Spandau zurückkehrt, wird sich in den kommenden Tagen entscheiden.

dpa/sid/sei