Die beste Mannschaft Deutschlands hat nach der Deutschen Meisterschaft auch den DFB-Pokal gewonnen. Der FC Bayern nutzte das Finale von Berlin zu einer eindrucksvollen Demonstration seiner Macht, besiegte Werder Bremen 4:0 (1:0) und ist nur noch einen Schritt vom größten Erfolg der Vereinsgeschichte entfernt. Am kommenden Samstag können die Münchner mit einem Sieg im Champions-League-Finale gegen Inter Mailand als erster deutscher Klub das Triple gewinnen.
Die äußeren Umstände dürften im warmen Madrid dann bessere sein als in der deutschen Hauptstadt. Geregnet hatte es in Berlin. Die ganze Nacht und den ganzen Tag. So sehr, dass 22 junge Männer um das schönste Erlebnis ihrer bisherigen Karriere gebracht wurden. Das nachmittägliche Pokalfinale der A-Jugend zwischen Hertha BSC und der 1899 Hoffenheim (1:2) wurde aus dem Olympiastadion auf einen Nebenplatz verlegt, um den Rasen zu schonen. Dieser wurde in der Zwischenzeit von allerlei Fachkräften mit Walzen bearbeitet.
Trotz der widrigen Umstände brauchte das Spiel keinerlei Anlaufzeit und löste bald ein, was es versprach. Schließlich traf im Finale die stärkste auf die zweitstärkste Offensive. Die Bayern hatten in der abgelaufenen Bundesligasaison 72 Treffer erzielt, Werder nur einen weniger. Und so dauerte es auch in Berlin nur drei Minuten bis zur ersten großen Chance. Arjen Robben machte, was er so schön macht wie kein anderer. Der Niederländer zog vom rechten Flügel in die Mitte und mit links aufs Tor, Torwart Tim Wiese konnte den Ball aber parieren. Nach der anschließenden Ecke setzte Martin Demichelis einen Kopfball über das Tor (4.).
Bereits in diesem Moment hätte das taktische Konzept von Thomas Schaaf hinfällig sein können. Der Bremer Trainer hatte mit Claudio Pizarro nur einen echten Angreifer aufgeboten Ein solcher kann aber genügen, wenn er die Klasse des Peruaners hat. Sieben Minuten waren gespielt, als Pizarro erst Daniel van Buyten, dann Bastian Schweinsteiger austanzte, mit seinem Schuss aber an Jörg Butt scheiterte. Der wehrte dann gleich noch den Nachschuss von Torsten Frings ab.
Wenn ein Spiel also nach zehn Minuten schon mehr Höhepunkte aufweist als viele andere über die ganze Spielzeit, ist dies ein Qualitätsmerkmal. Fußball schauen machte Spaß an diesem Abend. Weil die Bayern mit dem Selbstvertrauen einer gerade gewonnen Meisterschaft auftraten, schnell, drang- und lustvoll nach vorne spielten. Weil die Bremer sich darum nicht scherten. Sie versammelten sich nicht wie so viele Bayerngegner in der eigenen Hälfte und hofften auf ein Unentschieden, das im Pokalfalle ja immerhin ein Elfmeterschießen bedeuten würde.
Und dennoch musste es für die Norddeutschen bei diesem Lob bleiben, Zählbares gab es in Berlin nicht zu holen. Zu wenig machten sie aus ihren Chancen, zu übermächtig war der Gegner, der die Bremer von Minute zu Minute mehr dominierte. Nach 34 Minuten legte Ivica Olic den Ball an seinem Gegenspieler Per Mertesacker so überraschend vorbei, dass dieser ihn mit der Hand abwehrte. Aus Versehen zwar, aber am Elfmeterpfiff von Thorsten Kinhöfer gab es keine Zweifel.
Robben versenkte den Ball mit links im rechten unteren Eck zum verdienten 1:0 (35.). Es hätte wohl keinen besseren Torschützen geben können als den überragenden Akteur dieser abgelaufenen Spielzeit. Ähnliches galt für den nächsten Jubelnden. Ivica Olic war als Ersatzstürmer nach München gekommen und beendet die Saison als klare Nummer eins. Warum, bewies er fünf Minuten nach der Pause. Wieder fiel Per Mertesacker die Rolle des unfreiwilligen Vorarbeiters zu. Der Bremer Verteidiger wollte einen Eckball von Robben aus dem Fünfmeterraum befördern, traf aber einen Bayernspieler. Olic reagierte prompt und erzielte aus kurzer Entfernung das 2:0 (51.).
Wie gesagt, Bremen bot eine mutige Vorstellung und hatte kurz vor Olic’ Treffer auch die große Chance zum Ausgleich durch Hugo Almeida vergeben. Doch auch ein 1:1 hätte einen Münchner Sieg an diesem Abend wohl kaum verhindert. Alle Zweifel an diesem räumte Franck Ribery mit seinem 3:0 (63.) in seinem vielleicht letzten Spiel für die Bayern aus. Im Champions-League-Finale ist der Franzose aller Voraussicht ja gesperrt, und was danach kommt, weiß wahrscheinlich nicht mal er selbst. Aber das ist derzeit auch nicht wichtig. Genießen lautet das Motto der Stunde, das auch Bastian Schweinsteiger beherzigte. Mit dem 4:0 setzte er den Schlusspunkt (83.).
Wie frustriert hingegen die Bremer die Saison beenden, verdeutlichte der Platzverweis gegen Torsten Frings nach Foulspiel und Schiedsrichterbeleidigung (77.).
sid/fb













































