Die Erfolge können sich sehen lassen. 126 Meistertitel oder Pokalsiege stehen in der Chronik von Hertha 03 Zehlendorf - alle errungen durch die Jugendmannschaften des Klubs. Womit das Credo des Berlin-Ligisten auch bereits genannt ist.
Wie kaum ein anderer Fußballverein in der Hauptstadt hat sich Hertha 03 der Ausbildung junger Talente verschrieben. Ein Blick auf den Etat der Saison 2009/10 belegt, wie stark man in Zehlendorf auf den Nachwuchs setzt. Mit einer für einen Sechstligisten ansehnlichen Summe von 400.000 Euro ging die kleine Hertha in die aktuelle Spielzeit, allein rund 60 Prozent davon kam dem Jugendbereich zugute.
Überhaupt sollen sich Managementfehler der Vergangenheit nicht wiederholen. Wozu eine Mannschaft für teures Geld zusammenkaufen, wenn man die fußballerische Zukunft doch schon längst im Verein hat? Wie beispielhaft die Ausbildung bei den 03ern seit Jahren ist, belegen zahlreiche Auszeichnungen wie zum Beispiel das Grüne Band der Dresdner Bank für vorbildliche Talentförderung, verliehen in den Jahren 1990 und 2002.
Und die Namen, die aus dem Südwesten Berlins in die Fußballwelt hinauszogen, haben auch heute noch Klang. Pierre Littbarski, der Weltmeister von 1990, spielte auf den Plätzen am Siebenendenweg. Ebenso Christian Ziege, Europameister von 1996, die Kovac-Brüder Nico und Robert, Sofian Chahed, Malik Fathi oder Torben Marx.
Dennoch will man auch in Zehlendorf irgendwann einmal wieder an die erfolgreichen Zeiten anknüpfen, als man von 1994 bis 1998 in der Regionalliga, seinerzeit die dritthöchste Spielklasse, seine Visitenkarte abgegeben hat. Als Dritter der Berlin-Liga hat Hertha 03 bei 20 Punkten Rückstand auf den Spitzenreiter 1. FC Union II mit dem Aufstieg allerdings nichts zu tun - zumindest nicht in dieser Saison. Sollte die Ausbildung der Talente aber größere Früchte tragen, wird mit Hertha 03 Zehlendorf vielleicht wieder zu rechnen sein.
Dass Qualität vorhanden ist, haben die A-Junioren der 03er gerade erst mit dem vorzeitigen Aufstieg in die Bundesliga Nord/Nordost gezeigt. Und die B-Junioren haben als Regionalliga-Dritter ebenfalls noch Aufstiegschancen, wenn auch nur noch minimale.
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