Eine halbe Stunde vor Mitternacht bekam Luka Pavicevic doch noch glänzende Augen. Da stand der Trainer des Basketballteams Alba Berlin – einen Pappbecher Bier in der einen, eine dicke Zigarre in der anderen Hand – vor dem Telekom Dome in Bonn und freute sich über das „Happy Birthday“ aus mindestens 200 Kehlen.

Es war am späten Dienstagabend das glückliche Ende eines Arbeitstages, an dem der Serbe nicht nur 40 Jahre alt, sondern sein Team durch ein 88:79 nach Verlängerung bei den Telekom Baskets Bonn auch zum achten Mal deutscher Basketballmeister geworden war.


„Am Ende eines langen Weges“ sah sich das Geburtstagskind. Vier Jahre lang hatte der Seriensieger der Jahre 1997 bis 2003 nicht mehr die Meisterschaft gewonnen, bis Pavicevic im Sommer 2007 kam und nun sein Meisterstück vollbrachte. Der Satz auf den Meister-T-Shirts der Berliner sagte alles: „Es war Zeit.“

"Wir werden im nächsten Jahr noch stärker sein"

„Wir werden im nächsten Jahr noch stärker sein“, sagte Pavicevic unter dem Jubel der Berliner Fans. Und wirklich scheint Alba gute Zukunftsaussichten zu haben. Zwar bestätigt der Klub den Umzug von der angestammten Max-Schmeling-Halle in die neue „O2 World“ noch nicht, doch es ist ausgemachte Sache, dass Alba in der kommenden Saison in der gut 15.000 Zuschauer fassenden Arena spielen wird. „Es spricht vieles dafür“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Axel Schweitzer.

Alba wird dann seinen diesjährigen Zuschauerrekord (knapp über 7000 Besucher pro Partie im Schnitt) weiter steigern müssen, aber allein die durch den Titelgewinn ebenfalls erreichte Teilnahme an der Europaliga sorgt für neue Attraktivität. Alba kann in neue Dimensionen vorstoßen. Der Etat wird künftig die Sieben-Millionen-Euro-Grenze überschreiten. Um im wichtigsten Europapokal einigermaßen wettbewerbsfähig zu sein, wird sich Alba auch weiter verstärken müssen. Und starke Spieler sind teuer.

Dass es schwierig wird unter Europas Topvereinen, steht für Schweitzer außer Frage. Vollmundige Äußerungen waren auch in der Stunde des Triumphes nicht zu hören. Schließlich, so Schweitzer, habe Alba in den vergangenen mageren Jahren vor allem eines lernen müssen: „Demut.“