Einen Auftakt nach Maß haben Schalke 04 und der Hamburger SV in der Gruppenphase des Uefa-Pokals erwischt. Die Westfalen feierten mit dem 3:1 (2:0) in ihrem Heimspiel gegen den französischen Ex-Meister Paris St. Germain ebenso einen verdienten Sieg wie Bundesliga-Tabellenführer Hamburg, der 2:1 (2:0) beim slowakischen Fußball-Vizemeister MSK Zilina gewann.

Dagegen musste der VfB Stuttgart beim FC Sevilla, dem Uefa-Cup-Sieger von 2006 und 2007, eine 0:2 (0:2) hinnehmen, während Hertha BSC Berlin im heimischen Olympiastadion über ein 1:1 (0:0) gegen den portugiesischen Rekordmeister Benfica Lissabon nicht hinauskam.


Auf Schalke schoss sich Kevin Kuranyi aus der schwersten Krise seiner Karriere und stoppte den Abwärtstrend der Königsblauen. Mit einem sehenswerten Schuss in den Winkel zum 2:0 (39.) sorgte der 26-Jährige für die Vorentscheidung. Zwölf Tage nach seiner Flucht aus der Nationalmannschaft gab er damit die sportliche Antwort auf den Rauswurf durch Bundestrainer Joachim Löw.

Lob für Kuranyi

„Kevin hat nicht nur das Tor super gemacht, sondern auch im gesamten Spiel gut gearbeitet. Es war insgesamt ein verdienter Sieg mit drei herrlichen Toren aus dem Spiel heraus“, resümierte Trainer Fred Rutten und Nationalspieler Jermaine Jones ergänzte: „Auf dieser Leistung müssen wir aufbauen und sie in die Liga mitnehmen.“

Vor 48.919 Zuschauern trafen zudem PSG-Verteidiger Larrys Mabiala mit einem Eigentor (12.) und Kuranyis Sturmpartner Halil Altintop (69.) für den Bundesliga-Sechsten. Das 3:0 bereitete Kuranyi mit einem Doppelpass mit Altintop mustergültig vor. Für die Franzosen reichte es nur zu einem Treffer durch Clement Chantome (90.+2) in der Nachspielzeit.

Olic und Petric treffen

In der Slowakei agierte der HSV ohne Glanz, aber gnadenlos effektiv und verschaffte sich ebenfalls im ersten Gruppenspiel eine gute Ausgangsposition, um die K.o.-Spiele zu erreichen. Die Kroaten Mladen Petric (16.) und Ivica Olic (45.+1) waren für die Elf von Trainer Martin Jol schon vor der Pause erfolgreich. Emil Rilke (69. ) besorgte den Ehrentreffer für die keinesfalls schwachen Gastgeber.

„Wir wollten dieses Spiel unbedingt gewinnen, damit wir nicht gleich hinter den anderen herlaufen“, sagte Mannschaftskapitän David Jarolim. "Der Sieg ist für uns natürlich das beste Resultat. Wenn wir hier Punkte gelassen hätten, wäre es in der schweren Gruppe sehr schwierig geworden", meinte auch Trainer Martin Jol. Der HSV hat am zweiten Gruppenspieltag am 6. November spielfrei und greift erst wieder am 27. November mit dem Heimspiel gegen Ajax Amsterdam ins geschehen ein. Die ersten drei Vereine aus der Fünfer-Gruppe kommen weiter.

Überschattet wurde der Erfolg allerdings durch die Verletzung von Thimothee Atouba. Der Kameruner musste kurz vor Schluss mit Verdacht auf Achillessehnenriss ausgewechselt werden und würde dann längere Zeit ausfallen. „Die Sorge um Timmi überwiegt im Moment die Freude“, sagte HSV-Sportchef Dietmar Beiersdorfer.

Spanischer Doppelschlag

In Sevilla sorgte vor 30.000 Zuschauern ein Doppelschlag der Gastgeber mit Treffern des Ivorers Ndri Romaric (15.) und Brasilianers Renato (16.) schon vor der Halbzeit für die Vorentscheidung. Die einzige Chance für die Stuttgarter gegen die in allen Belangen überlegenen Spanier besaß Nationalspieler Mario Gomez (63.), der nur den Pfosten traf. „Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Sevilla war einfach besser. Wir wollten länger das 0:0 halten, aber wenn man gegen so eine gute Mannschaft so schnell Gegentore kriegt, hat man halt keine große Chance“, sagte VfB-Coach Armin Veh.

In einer insgesamt niveauarmen Partie in Berlin schloss Angel Di Maria (51.) zunächst einen Konter zum 1:0 für Lissabon ab. Doch ausgerechnet der erstmals nach seiner Suspendierung eingewechselte Marko Pantelic sorgte mit seinem Treffer in der 74. Minute doch noch für einen versöhnlichen Abend vor 25.000 Zuschauern. Andrej Voronin vergab in der Schlussphase aus nur fünf Metern sogar den Siegtreffer.

Hertha-Trainer Lucien Favre war es am Ende egal, wem er den Punkt zu verdanken hatte: „Das interessiert mich nicht. Aber Marko hat das gut gemacht. Es war das beste für die Mannschaft.“ Der Torschütze wollte am Liebsten allen Ärger einfach vergessen. „Ich habe immer Respekt für den Verein und die Mannschaft gehabt. Ich bin ein Mannschaftsspieler und habe nicht verstanden, warum es so viel Stress gab“, sagte Pantelic.

sid/fb