Bayer Leverkusen hat den Hoffenheimer Höhenflug gestoppt und dem Aufsteiger die erste Saisonniederlage zugefügt. Die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia feierte am dritten Spieltag der Fußball-Bundesliga einen 5:2 (3:1)-Erfolg gegen 1899 Hoffenheim. Neuer Tabellenführer ist der FC Schalke 04. Die Gelsenkirchener entschieden drei Tage nach dem Scheitern in der Champions-League-Qualifikation gegen Atlético Madrid das Revier-Derby gegen den VfL Bochum mit 1:0 (1:0) für sich und rangieren punktgleich mit dem Hamburger SV und Borussia Dortmund (alle 7) an der Spitze. Mitfavorit Werder Bremen verlor 2:3 (0:2) bei Aufsteiger Borussia Mönchengladbach und wartet weiter auf den ersten Saisonsieg.

Die zuletzt auf dem Transfermarkt besonders aktiven Hamburger kamen nach Anlaufschwierigkeiten und 0:2-Rückstand noch zu einem 4:2 (1:2) bei Arminia Bielefeld. Nationalspieler Marcell Jansen stand nach seinem Wechsel vom FC Bayern München zum HSV in der Startelf, auf die beiden brasilianischen Neuzugänge Alex Silva und Thiago Neves verzichtete Trainer Martin Jol. Dennoch drehten der ehemalige Bielefelder Bastian Reinhardt (40./50. Minute), Ivica Olic (64.) und David Jarolim (77.) die Partie. Christopher Katongo (9.) und Artur Wichniarek (37.) hatten Arminia vor der Pause in Führung geschossen. „Es war insgesamt ein tolles Spiel, leider mit dem falschen Ausgang. Der Unterschied war, dass der HSV aus fünf Chancen vier Tore gemacht hat, wir aus acht oder neun leider nur zwei. Normalerweise bin ich dann sauer, das kann ich aber heute nicht sein, denn die Mannschaft hat ein gutes Spiel gemacht", sagte Bielefelds Trainer Michael Frontzeck.

Die Aufholjagd der Bremer kam dagegen zu spät. Nach den Gladbacher Toren von Karim Matmour (12.), Rob Friend (30.) und Alexander Baumjohann (71.) gelang Neuzugang Claudio Pizarro (79.) und dem erstmals nach den Olympischen Spielen in Peking eingesetzten Diego (89.) nur noch Ergebniskosmetik. "Gladbach hat verdient gewonnen. Sie haben sehr aggressiv, sehr kampfbetont und sehr einsatzfreudig gespielt. Das sind alles Dinge, die uns gefehlt haben. Wir haben einen gewaltigen Schritt zurück gemacht", analysierte Bremens Trainer Thomas Schaaf.

Kiessling trifft doppelt für Bayer

Auch in Leverkusen durften sich die Zuschauer über zahlreiche Treffer freuen. Karim Haggui (8.) und Manuel Friedrich (17.) brachten die Gastgeber in Front, ehe Vedad Ibisevic (20.) verkürzen konnte. Stefan Kießling (36.) stellte den alten Abstand wieder her. Nach dem Seitenwechsel drückte das Team von Coach Ralf Rangnick zwar auf das Tempo, doch mehr als das 2:3 durch Sejad Salihovic (58./Foulelfmeter) gelang nicht mehr - im Gegenteil: Tranquillo Barnetta (83.) und erneut Kießling stellten den verdienten 5:2-Endstand her. „Über die gesamten 90 Minuten gesehen war der Sieg von Leverkusen verdient, auch wenn er am Ende um mindestens ein Tor zu hoch ausgefallen ist. Wir haben vorher gewusst, dass wir zum ersten Mal auf eine absolute Spitzenmannschaft treffen. In der zweiten Halbzeit waren wir drauf und dran, das Spiel noch zu drehen, aber insgesamt haben wir einfach ein paar Fehler zu viel gemacht", resümierte Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick.

Schalkes Abwehrspieler Heiko Westermann linderte mit seinem Tor zum 1:0 (36.) ein wenig den Schmerz über die bittere 0:4-Pleite bei Atlético Madrid in der Qualifikation für die Königsklasse. "Das war kein super Spiel, aber von der Psyche und dem Charakter haben wir ein gutes Spiel gemacht", sagte S04-Trainer Fred Rutten. Revier-Rivale Dortmund kam bei Energie Cottbus dank eines Treffers von Neuzugang Neven Subotic (45.) ebenfalls zu einem 1:0 (1:0). „Ich bin sehr zufrieden, das war ein verdienter Sieg. Leider haben wir uns zu wenig Torchancen herausgespielt, so dass es am Ende noch einmal eng wurde. Aber die jungen Burschen in der Abwehr haben das hervorragend gelöst", sagte BVB-Trainer Jürgen Klopp.

Wolfsburg lässt zwei Punkte liegen

Mit einem 2:2 (1:1) musste sich der VfL Wolfsburg gegen Eintracht Frankfurt zufriedengeben. Nach dem Gegentreffer von Ioannis Amanatidis (22.) hatten Grafite (27./Foulelfmeter) und Ashkan Dejagah (51.) für die zwischenzeitliche 2:1-Führung gesorgt, doch Faton Toski (84.) sicherte den Hessen einen Auswärtspunkt. "Eine Stunde lang haben wir guten Fußball gespielt, danach sind wir allerdings unverständlicherweise nervös geworden. Es war mehr drin als dieses Unentschieden", sagte Wolfsburgs Trainer Felix Magath. Im Freitagspiel hatte der 1. FC Köln einen 2:0-Erfolg beim Karlsruher SC gefeiert.

Der dritte Spieltag wird am Sonntag mit den Partien Bayern München - Hertha BSC und VfB Stuttgart - Hannover 96 abgeschlossen. Der Deutsche Meister strebt nach zwei Remis zum Saisonauftakt seinen ersten Sieg unter dem neuen Trainer Jürgen Klinsmann an.

dpa