Als es eng wurde, behielt Justin Bean die Nerven. 13 Sekunden vor dem Ende warf der Power Forward von Alba Berlin einen Dreier in den Korb. Von zwei auf fünf Punkte (88:83) dehnte sich der Vorsprung aus. Das Gefühl des Sieges machte sich breit in der Uber Arena. Die meisten der 7843 Zuschauer bejubelten mit dem Wurf die Rückkehr des Teams in das Viertelfinale der Basketball Bundesliga (BBL). Mit einem 90:85 (42:38) glich Alba die „Best of five“-Serie gegen Rasta Vechta zum 1:1 aus.

Ein anderes Gesicht zu zeigen, das war der Plan. Diesen setzte der elffache Meister um. „Wir haben am Ende etwas zu sehr die Führung verteidigen wollen. Aber die Energie war da, der Spielplan ging auf. Wir wollten mit unserer Identität spielen“, sagte Point Guard Martin Hermannsson. Das Team aus der Hauptstadt rackerte, es kämpfte, es verteidigte. Es zeigte, wozu es fähig ist.

Alba Berlin spielt wieder mit Malte Delow

Nach dem 89:103 zum Auftakt mussten die Berliner eine Reaktion zeigen. Einen Mangel an Energie konstatierte Alba zum Start. Mit zu wenig Intensität agierte die Mannschaft, ließ den Kontrahenten zu viel gestalten. Die fehlende Aggressivität ließ sich auch an lediglich 16 Fouls festmachen. In den Zweikämpfen war Alba kaum präsent, weshalb der Zweite der Hauptrunde gegen den Siebten nur hinterherlief. „Das waren nicht wir“, so Hermannsson.

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Dieses Bild wollte Alba korrigieren. Dringend, denn eine weitere Niederlage hätte den Druck enorm steigen lassen. Nicht nur angesichts des Serienwechsels nach Vechta, wo es am Freitag weitergeht. Drei Siege in Folge erzielen zu müssen gegen eine Offensive, die im Durchschnitt der vorherigen zehn Spiele 102 Punkte markierte, wäre eine eher vermessene Erwartung.

Insofern ergab sich ein großer Antrieb bei den Berlinern. Die traten etwas überraschend wieder mit Malte Delow an. Der fehlte in Spiel eins noch wegen einer Gehirnerschütterung. Diese erwies sich aber offenbar als nicht so schwerwiegend. Ebenso wenig wie die deutliche Niederlage für das Gemüt der Kollegen. Die legten zwei Tage später ordentlich los. Einige Fouls in den ersten Minuten zeugten von einer anderen Einstellung.

Alba Berlin hat Besuch von NBA-Star Wagner

Sie packten zu, ließen den Gegner in der Zone kaum zum Zug kommen. Zwar blieb Alba bei Vechtas Versuchen aus der Distanz oft ohne Zugriff, doch die Berliner kontrollierten die Partie weitgehend. Obwohl einigen Ballverlusten zu viel kurzzeitig ein Rückstand folgte (18:23/10.). Mit noch mehr Willenskraft kam das Team aber schnell heran, setzte sich vor allem gut unter dem Korb durch. Auch bei den defensiven Rebounds hatten die Berliner deutliche Vorteile.

Mit ihrem aufmerksamen Spiel forcierten die Hauptstädter immer wieder schnelle Angriffe. Mit ihrer Dynamik erarbeitete sich die Mannschaft vor den Augen des Berliner NBA-Stars Franz Wagner bald einen zweistelligen Vorsprung (48:38/23.). Sichere Freiwürfe und eine bessere Effizienz bei den Dreiern führten ebenso zu dessen Wachstum (68:51/30.) wie eine konsequente Abwehrarbeit. Das mündete darin, dass Vechtas zum Ende erstarkende Offensive bei einer eher niedrigen Ausbeute gehalten wurde. Aber ebenso darin, dass für Trainer Pedro Calles eine lange persönliche Serie von 16 Niederlagen in Play-off-Spielen endete.