Nicht alles war schlecht. Darauf wies Sportchef Himar Ojeda noch einmal hin. Zwei deutsche Meistertitel feierte Alba Berlin am Nachmittag, einmal im männlichen und einmal im weiblichen Nachwuchs. Ojeda übersendete Glückwünsche. Der Hauptakt war am Sonntagabend jedoch dem Profiteam des Klubs aus der Hauptstadt vorbehalten: Play-off-Start in der Basketball Bundesliga (BBL), verbunden mit große Erwartungen.

Die erhielten jedoch einen heftigen Dämpfer. Dass der Zweite der Hauptrunde mit Rasta Vechta ein schwieriges Los gezogen hat, ahnten viele. Zwar musste sich der Kontrahent seinen Platz im Viertelfinale erst über das Play-in erkämpfen. Doch Alba fand zum Auftakt kaum Mittel, um die Niedersachsen zu stoppen. „Ich bin nicht überrascht, wie es gelaufen ist. Sie spielen in einem unglaublichen Rhythmus, werfen fantastisch“, so Ojeda. Vor 8683 Zuschauern unterlag Alba in der Uber Arena 89:103 (37:50).

Alba Berlin trifft auf ein Team mit großem Lauf

Die Hauptstädter mussten mit einem Handicap starten. Zu Wochenbeginn waren drei Spieler angeschlagen, die konnten jedoch alle mitwirken. Dafür verletzte sich Malte Delow, einer der konstantesten und prägendsten Profis, im Training und fällt nun mit einer Gehirnerschütterung auf unbestimmte Zeit aus. „Das hat alles etwas durcheinander gebracht. Aber das ist, wie es ist“, sagte der Sportchef. Das brachte etwas Unruhe in das Team von Pedro Calles.

Für den Coach stellt das Play-off-Duell gegen seinen alten Klub auch persönlich eine große Herausforderung dar. In der Hauptrunde konnten die Berliner beide Partien knapp gewinnen. Doch erst danach kamen die Niedersachsen in Schwung. Sie schoben sich vom drittletzten auf den siebten Platz vor. Mit einer spektakulären Offensive, der zweitbesten der Liga, mauserte sich Vechta zu einem der stärksten Teams der vergangenen Wochen.

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Alba dagegen fehlte trotz der zweitbesten Defensive der BBL zuletzt etwas der Rhythmus. Die Platzierung in der Punkterunde stimmte daher nicht unbedingt mit der Realität der Formkurve überein. Über die Gefahr waren sich die Berliner im Klaren. Ebenso darüber, dass ihre Defensive auf eine große Probe gestellt werden würde. Gegen eine Mannschaft, die zuletzt oft jenseits der 100-Punkte-Marke lag. Calles musste seinen Spielern nun Lösungen an die Hand geben.

Alba Berlin gerät schnell unter Druck

Denn er wollte nicht nur mit Alba das schwache Viertelfinale des Vorjahres vergessen machen. Sondern auch seine eigene Serie von 15 verlorenen Play-off-Spielen hintereinander. Doch die Berliner gerieten gleich unter Druck. Schnell zeichneten sich hohe Fehlwurfquoten ab, dazu viele Ballverluste. Die Mannschaft wirkte oft kopflos, überstürzt in der Offensive, nicht aggressiv genug in der Defensive. „Wir haben nicht das gezeigt, was wir wollten und waren nicht bereit für die Intensität“, sagte Kapitän Jonas Mattisseck.

So wuchs der Rückstand kontinuierlich an (58:79/30.). Der starke Angriff der Gäste erfüllte die Erwartungen sowohl aus der Distanz als auch aus der Zone. Obwohl die Berliner große Rückstände aufgrund schwankender Leistungen innerhalb einer Partie kennen, fanden sie diesmal nicht die Energie, näherzukommen. Das zweite Heimspiel der „Best of five“-Serie am Dienstag wird nun bereits sehr wichtig für Alba (18.30 Uhr, Dyn).