Der Enthusiasmus der Fans von Alba Berlin auf der Tribüne der Münchner SAP Arena korrelierte mit der Länge der Durststrecke, die der Klub aus der Hauptstadt durchgemacht hat. Der Anhang litt, jede Ballbewegung im Finale des Pokals der Basketball-Bundesliga (BBL) wurde empathisch begleitet. Die Emotionen fuhren Achterbahn in dem engen Duell mit dem alten Rivalen Bamberg. Die Reise endete letztlich nicht auf dem Höhepunkt.
Denn das Team unterlag mit 72:74 (37:36) vor den 11.500 Zuschauern und verpasste den zwölften Erfolg im Cup-Wettbewerb knapp. Zuletzt hatten die Berliner 2022 einen Titel geholt, diesmal glaubte kaum jemand an eine solche Chance. „Allein im Finale zu sein, dafür muss man den Jungs wirklich Anerkennung zollen“, sagte Sportdirektor Himar Ojeda nach dem Endspiel: „Das macht mich sehr zufrieden.“
Alba Berlin trifft auf das Team mit dem niedrigsten Etat
Was auf die Berliner zukommen würde, wussten sie nicht nur aus den beiden gewonnenen Aufeinandertreffen mit den Franken in den vergangenen vier Wochen. Gerade der phänomenale Halbfinal-Sieg tags zuvor gegen die als übermächtig eingestuften Gastgeber aus München verdeutlichte, dass Etat-Zahlen nicht allein den Ausschlag geben. Die mit dem geringsten Spieler-Budget in der BBL ausgestatteten Franken (1,5 Millionen Euro) kompensierten die enorme Kluft gegen den Krösus (18 Millionen) mit bedingungslosem Einsatz.
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Der kostete viel Kraft, zumal Bamberg in die Verlängerung musste. Als Vorteil mochten die Berliner, mit einem Spieler-Etat von 4,7 Millionen Euro auf Platz zwei dieser Kategorie, das nicht bewerten. Schließlich hatten sie nach dem Erfolg am Vorabend gegen Oldenburg weniger Regenerationszeit. Es komme darauf an, wer nach den fordernden Halbfinals mehr Energie aufbringen könne, so Alba-Profi Malte Delow.
Zwar ließen sich nach den Kennzahlen leichte Vorteile für die Berliner konstatieren, die als Zweiter auf den Siebten der BBL-Tabelle trafen. Doch der sechsmalige Pokalsieger zeigte sich zuletzt in guter Verfassung. „Sie sind über die Saison gewachsen, haben eine gute Balance und sind sehr gut gecoacht“, so Ojeda. Bambergs Trainer Anton Gavel stand zum dritten Mal in Folge (einmal mit Ulm, zweimal mit Bamberg) im Pokalfinale.
Alba Berlin mit Vorteilen bei den Rebounds
Entsprechend groß war der Antrieb des 41-Jährigen, nun als Sieger vom Feld zu gehen. Die Berliner waren also gewarnt. Trainer Pedro Calles konnte im Gegensatz zum Vortag wieder Bennet Hundt (Schulter) in den Kader aufnehmen und hatte damit auf der Spielmacherposition mehr Optionen. Dies nutzte der Coach gleich im ersten Viertel, in dem vor allem Delow schnell seine Energie fand und Alba mit zwölf frühen Punkten auf Kurs brachte.
Die Berliner starten aggressiv, erlaubten Bamberg nach vorn nur wenig und spielten in der Offensive selbst variabel. Ihre Stärke bei den Rebounds gab ihnen dabei oft zweite Chancen, die sie nutzten und sich ein kleines Polster erarbeiteten (26:17/13.). Doch der Ball lief nicht ganz so flüssig, die Ausgeglichenheit im Scoring fehlte, was Bamberg im Spiel hielt. Je mehr dies fortschritt, desto stärker wurden die Franken. Alba zeigte Nerven, führte aber bis 91 Sekunden vor Schluss noch 72:70. Sieben Sekunden vor der Sirene drehte Bamberg die Partie in einer dramatischen Schlussphase.



