Jubiläen können ihren Reiz auch dann entfalten, wenn sie klein sind, unscheinbar und vielleicht gar nicht als solche wahrgenommen werden. Die Auftritte von Alba Berlin in der Max-Schmeling-Halle haben ohnehin mehr nostalgischen Charakter, aufgrund der langen Vergangenheit genießen die Fans die Partien dort jedes Mal aufs Neue, wenn die Halle als Ausweichquartier dient. Zum 20. Mal seit dem Umzug in die Uber Arena tat sie es am Sonntag.

Dabei musste man sich um die passende sportliche Untermalung dieses besonderen Tages fast keine Sorgen machen. Denn die vergangenen 16 Partien in Basketball Bundesliga (BBL) oder Pokal entschieden die Berliner in der Schmeling-Halle allesamt für sich. Alba setzte sich auch diesmal durch, vor 8281 Zuschauern brauchte es beim 87:82 (76:76, 38:37) gegen die Bamberg Baskets jedoch eine Verlängerung.

Alba Berlin ist mit Hinrunden-Ergebnis zufrieden

Für die Mannschaft von Trainer Pedro Calles war es das Ende der Hinrunde in der BBL, das sie mit dem Sprung auf Platz zwei der Tabelle abschloss. Hinter dem souveränen Spitzenreiter Bayern München führen die Berliner den Rest des Feldes an und liegen mit zwölf Siegen und fünf Niederlagen auf Kurs. „Es war heute ein gutes Spiel, um zusammenzuwachsen. Wir haben es uns selbst ein bisschen schwer gemacht“, sagte Malte Delow und fügte mit Blick auf die gesamte Hinrunde hinzu: „Wir können mit dem Ergebnis zufrieden sein.“

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Ein einfaches Duell war das Treffen mit den Bambergern keineswegs. Beide Klubs pflegen eine große Rivalität, die in den vergangenen Jahren etwas in den Hintergrund trat aufgrund vor allem einer schwächeren Periode der Franken. In dieser Saison aber verfügen die Bamberger wieder über mehr Qualität, hatten zuvor gerade den Zweiten Würzburg geschlagen.

Interessant machte die Partie auch der Fakt, dass Bamberg es wie Alba in das Top Four des Pokals geschafft hat. Theoretisch könnten sich beide Klubs dort im Finale gegenüberstehen. Die Intensität des Spiels in Berlin erreichte jedenfalls schon finalähnliche Züge. Zeitweise wurde so verbissen gekämpft, dass die spielerischen Aspekte ein wenig auf der Strecke blieben. Das fanden auch die Fans, die ihren Unmut über die aggressive Spielweise der Gäste mit etlichen Fouls deutlich äußerten.

Alba Berlin hat große Probleme aus der Distanz

Sicher auch begründet darin, dass Alba sich schwertat gegen die körperbetonte Defensive der Franken. Was aber ebenso an eigenen Unzulänglichkeiten lag. Nach den ersten beiden versenkten Dreiern zum Start ging bei Alba aus der Distanz in der ersten Hälfte nichts mehr – bei 15 Würfen. Ebenso zogen die Berliner zu wenig Nutzen aus den vielen Bamberger Ballverlusten. „Dass wir so ein Spiel noch gewinnen, spricht für sich“, sagte Kapitän Jonas Mattisseck.

Doch die Freiwurf-Quote stimmte, was an diesem Tag wichtig war und die Schwäche aus der Distanz auffing. Trotzdem blieb die Partie eng, mit wechselnden Führungen konnte sich lange niemand mehr als sechs Punkte absetzen. Erst Mitte der zweiten Hälfte lagen die Berliner mit neun Zählern vorn. Das beruhigte das Spiel nicht, aber Alba zeigte einmal mehr starke Nerven im emotionalen Schlussviertel sowie in der Verlängerung und gab dem kleinen Jubiläum einen schönen Schlusspunkt.