Maodo Lo wurde mit Antrittsapplaus von den 8641 Zuschauern in der Uber Arena empfangen, und das, obwohl er für den Gegner spielte. Der Basketball-Weltmeister war mit seinem neuen Team Paris Basketball für ein Euroleague-Spiel in der alten Heimat zu Gast. Und die Fans von Alba Berlin erinnerten sich an diesem Abend gerne an ihren ehemaligen Spieler Lo (2020-2023), der neben seiner basketballerischen Qualität auch für seine feine menschliche Art in der Hauptstadt geschätzt wurde.
An diesem Abend wurde deutlich, wie sehr er den Berlinern damit inzwischen fehlt. Kurz vor Anpfiff der Partie gegen Paris, die mit einem 83:92 (44:37) endete, teilte Alba mit, dass Center Khalifa Koumadje bis auf Weiteres suspendiert ist. Geschäftsführer Marco Baldi erklärte: „Wir haben Kenntnis über Vorwürfe erlangt, die gegen Khalifa erhoben wurden. Diese Vorwürfe nehmen wir sehr ernst.“
Alba Berlin suspendiert Khalifa Koumadje
Laut einem Bericht der „Bild“ gehe es dabei um eine Ex-Freundin Koumadjes, die den Basketballer über ihren Instagramaccount der Gewalt beschuldigt. Sie zeigt Fotos von sich mit Halskrause, die Verletzungen habe Koumadje ihr zugefügt. Sie schreibt dazu: „Ich will Gerechtigkeit. Genug ist genug.“
Der Center bleibt nun suspendiert, bis die Vorwürfe aufgeklärt sind. Auch in der Bundesliga musste Alba zuletzt schon auf den 2,11-Meter-Mann verzichten. Er soll beim Pokalspiel in Crailsheim (75:74) einen Doping-Fahnder geschlagen haben und wurde daraufhin für drei Spiele gesperrt.
Justin Bean dominiert in der ersten Hälfte für Alba
Aus sportlicher Sicht waren die Berliner also schon daran gewöhnt, ohne Koumadje spielen zu müssen. Gegen Paris klappte das zunächst gut, weil Justin Bean wie aufgedreht agierte. Der Power Forward ist eigentlich nicht als besonders starker Rebounder bekannt. Allein in der ersten Hälfte pflückte er aber elf Bälle aus der Luft und damit genauso viele, wie die Gäste aus Frankreich bis zur Pause insgesamt. „Wir haben sie ein bisschen geschockt“, sagte Kapitän Martin Hermansson zur 44:37-Halbzeitführung.
Da Alba dann allerdings mit einem 0:10-Lauf aus der Kabine kam, war das gute Gefühl des ersten Durchgangs dahin. „Paris hat zu einfache Antworten gefunden“, sagte Hermansson, „sie mussten nur einen Pass spielen und dann hatten sie einen offenen Dreier.“ Insgesamt zwanzig Distanzwürfe hatte die Franzosen am Ende der Partie bei aberwitzigen 52 Versuchen versenkt. „Ich galube, Paris hat in der Zahl der Dreierversuche heute einen neuen Rekord aufgestellt“, sagte Baldi nach der Partie.
Tim Schneider (mit 18 Punkten bester Berliner Werfer) hielt sein Team noch mit einigen guten Aktionen in der Partie. In der engen Schlussphase zeigte Alba jedoch Nerven. So konnte mit Maodo Lo am Ende nur ein Berliner jubeln, Paris siegte 92:83.



