Spektakuläre Aufholjagd

Alba siegt nach starkem Schlussspurt in Bonn

Die Berliner beweisen in der Endphase ihre ganze Klasse, fahren den 14. Sieg in Folge ein und erhöhen den Druck auf den FC Bayern.

Joshiko Saibou (l.) war mit 15 Punkten Albas bester Werfer

Joshiko Saibou (l.) war mit 15 Punkten Albas bester Werfer

Foto: BEAUTIFUL SPORTS/Mueller-Laschet / imago/Beautiful Sports

Bonn.  Albas Serie hält. Den Berlinern gelang mit dem 84:76 (29:35) bei den Baskets in Bonn der 14. Bundesliga-Sieg in Folge. Es bedurfte eines beeindruckenden Schlussspurts und Kraftakts der Berliner, um mit diesem Erfolg Platz zwei in der Tabelle abzusichern. Ein Akt des schieren Willens, bei dem sich abermals Luke Sikma (14 Punkte, 13 Rebounds) und Joshiko Saibou (15 Punkte) hervortaten.

„Es geht nicht darum, ob man souverän ist oder nicht“, sagte Albas Verteidigungsexperte Akeem Vargas, „sondern darum, am Ende einen Punkt mehr zu haben als der Gegner. Das ist uns nach dem Würzburg-Spiel jetzt zum zweiten Mal gelungen.“ Besser lässt sich ein Arbeitssieg wohl kaum beschreiben.

Schneider kämpft mit seiner Maske

Die Summe der erzielten Punkte erzählt Albas Vorstellung der ersten Halbzeit sicherlich am besten. Es waren ganze 29 Zähler, die die Berliner den auch nicht gerade üppigen 35 der Bonner entgegensetzen konnten. Wie schon eine Woche zuvor gegen Würzburg tat sich das Team von Trainer Aito Reneses vor allem bei den Distanzwürfen schwer, blieb mit zwei Treffern bei zehn Versuchen deutlich hinter dem Saisonschnitt von 42 Prozent zurück.

Das Spiel beider Mannschaften war zudem zerfahren. Bei den Berlinern konnte Tim Schneider, dessen unter der Woche operierte Nase durch eine Maske geschützt wurde, nur wenige Impulse setzen. Und dass Kapitän Niels Giffey, der für den Maskenmann unter dem Korb aushelfen sollte, bald mit hoher Foulbelastung zusehen musste, war auch nicht sonderlich hilfreich. So konnten die Bonner trotz 13 Ballverlusten (Alba: neun) mit einer Sechs-Punkte-Führung in die Pause gehen.

Siva und Saibou ragen heraus

Der Tiefpunkt war allerdings erst beim 29:42 (22.) erreicht. Ein Rückstand, auf den Alba jedoch mit eisernem Willen und dann auch Klasse reagierte. Nach einem 16:0-Lauf führten Reneses’ Männer 45:42 (26.) – nach abermaligem Rückstand (64:71/ 37.) drehten Spencer Butterfield, Peyton Siva, Sikma und Saibou die Partie mit ihren Dreiern zum 76:71 (39.) endgültig. Im ausverkauften Telekom Dome war es nun ziemlich still. Irgendwann wird die 6000 Zuschauer vielleicht trösten, dass sie den Sieg eines Klasseteams gesehen haben.