Basketball

Alba leistet sich den Luxus von acht Ausländern

Brandon Ashley verstärkt den Basketball-Bundesligisten Alba Berlin, Robert Lowery darf bleiben.

Brandon Ashley (M.) will zukünftig bei Alba Berlin vorwärts kommen

Brandon Ashley (M.) will zukünftig bei Alba Berlin vorwärts kommen

Foto: John Locher / picture alliance / AP Photo

Berlin.  Seit Tagen schon beschäftigten sich die Fans von Alba Berlin mit dieser Frage: Kommt nun Brandon Ashley aus der US-amerikanischen D-League, einer Entwicklungsliga für Profis, die knapp an der NBA vorbeigeschrammt sind? Oder bleibt der im Januar verpflichtete Robert Lowery? Der Basketball-Bundesligist hat darauf seine ganz eigene Antwort gefunden: Ashley wird kommen, Lowery darf bleiben. Damit hat Trainer Sasa Obradovic nun ein Luxusproblem.

Nur sechs Ausländer dürfen in der Liga spielen

Beide werden Alba an diesem Dienstag im Eurocup-Achtelfinale bei Bayern München (20 Uhr, Eurosport, Hinspiel 82:82) nicht unterstützen können. Lowery geht wegen einer Knöchelverletzung an Krücken, Ashley fehlt die Spielberechtigung. Das ist insofern schade, als es im internationalen Wettbewerb keine Ausländerbeschränkung gibt.

Anders sieht es in der Bundesliga aus: Da darf der Tabellensechste Alba nur sechs Spieler einsetzen, die keinen deutschen Pass haben. Das sind nun mit Jordan Taylor, Will Cherry, Elmedin Kikanovic, Dragan Milosavljevic, Kresimir Loncar, Mitchell Watt, Lowery und Ashley aber acht.

Lowery ist bis auf weiteres nicht einsatzbereit

Der 28-jährige Lowery ist allerdings bis auf weiteres nicht einsatzbereit. Dass die Berliner seinen am 29. Februar endenden Vertrag überhaupt bis Juni verlängerten, ist auch eine freundliche Geste gegenüber dem Amerikaner. Er hat Alba immerhin über die Zeit geholfen, in der Jordan Taylor wegen einer Handverletzung ausgefallen war. Zudem dürfte die Berufsgenossenschaft während seiner Verletzung die Gehaltskosten oder einen Teil davon übernehmen.

Bleiben vorerst also sieben Ausländer. Und wann Ashley, der am Montag schon in Berlin eintraf, zu einer Unterstützung wird, muss man abwarten. Er ist erst 21, der jüngste Amerikaner, den Alba je verpflichtet hat. Er wird sich bei seinem ersten Engagement außerhalb der Heimat zunächst auf die ungewohnte Umgebung einstellen müssen.

Ashley erhält Vertrag bis Saisonende mit Option

Der neue Sportdirektor Himar Ojeda lobt den jungen Mann, den er noch als Scout der Atlanta Hawks entdeckte, in einer Pressemitteilung des Vereins: „Ashley ist ein guter Schütze, der auch durch gutes Passspiel überzeugen kann. Viele NBA-Teams hatten Interesse an ihm.“ In Berlin erhält er einen Vertrag bis Saisonende mit der Option, eine weitere Spielzeit dranzuhängen.

Der gebürtige Kalifornier war schon ein Star bei den Wildcats an der Universität Arizona. Der 2,06 Meter große Flügelspieler kam in seinem dritten Collegejahr auf durchschnittlich 12,2 Punkte und 5,2 Rebounds. Danach versuchte er, sich für die NBA zu empfehlen, trat in der Summer League für die Hawks und danach auch für die Dallas Mavericks an. Der Sprung in die beste Liga der Welt misslang jedoch.

30 Punkte und vier geblockte Würfe zum Abschied

Also heuerte Ashley in der D-League bei den Texas Legends an. Dort bekam er eine Allstar-Nominierung. Welchen Wert er für das Team hatte, unterstrich er in seinem letzten Spiel am 20. Februar beim 111:106 gegen Bakersfield. Da kam er auf 30 Punkte, acht Rebounds und vier geblockte Würfe. Im Mittel seiner 33 Partien steuerte er 14,8 Punkte und 6,8 Rebounds bei.

Nun also der Sprung in eine andere Welt, nicht nur, was Basketball betrifft. „Ich bin Alba sehr dankbar“, zitiert ihn sein neuer Arbeitgeber, „dass sie mir die Möglichkeit geben, mich in Berlin als Profi weiterzuentwickeln.“ Sicher hätten Obradovic, Ojeda und ihre Mitstreiter nichts dagegen einzuwenden, wenn der viel versprechende junge Mann dazu beitrüge, dass sich auch Pokalsieger Alba Berlin mit seiner Hilfe bis zum Play-off noch ein wenig weiterentwickeln würde.