Basketball

Der Dreier ins Finale kommt eine Sekunde vor Schluss

Nach einem umkämpften Spiel setzt sich Alba Berlin gegen die Frankfurt Skyliners durch und trifft nun im Endspiel auf den Gastgeber.

Voller Einsatz: Dragan Milosavljevic (l) – hier mit Frankfurts Danilo Barthelf – war bester Werfer der Berliner

Voller Einsatz: Dragan Milosavljevic (l) – hier mit Frankfurts Danilo Barthelf – war bester Werfer der Berliner

Foto: Andreas Gebert / dpa

München.  Im 50. Finale um den deutschen Pokal beginnen an diesem Sonntag (14.45 Uhr, BR) die Basketball-Festspiele zwischen Berlin und München. Die Bayern bezwangen zunächst vor 6500 Zuschauern im ausverkauften Audi Dome in einem hochklassigen Halbfinale den Deutschen Meister Brose Baskets Bamberg mit 86:79 (38:39).

In einem weniger attraktiven, aber noch dramatischeren Match bezwang anschließend der achtmalige Cupsieger Alba Berlin die Skyliners Frankfurt mit 79:76 (41:35). In den folgenden neun Tagen treffen Berlin und München im Eurocup-Achtelfinale und in der Bundesliga weitere dreimal aufeinander.

Die Alba-Spieler hatten in Alex King (31) und Jonas Wohlfarth-Bottermann (26) zwei Geburtstagskinder in ihren Reihen. Doch gefeiert wurde Jordan Taylor. „Große Spieler treffen solche Würfe“, lobte ihn sein Trainer Sasa Obradovic. Der Dreier des Amerikaners 1,1 Sekunden vor dem Ende entschied eine harte Partie.

Es gab 48 Freiwürfe und 49 Fouls. Das Spiel begannen die Berliner, in dem eine enorme Trefferquote aus der Distanz den Erfolg brachte, aber reichlich konfus. Beim 10:17-Rückstand nach dem ersten Viertel sah es schlecht aus. Obradovic tobte an der Außenlinie und machte sein ohnehin nervöses Team noch nervöser.

Dank Dreier-Gala dreht Alba das Spiel

Dann übernahm es mit einer Dreier-Gala das Kommando. Ob Dragan Milosavljevic (mit 21 Punkten Albas Bester), Akeem Vargas, Will Cherry oder Kresimir Loncar – wer warf, der traf. Berlin ging mit einer 12:0-Punkteserie in Führung und verteidigte sie mit knallharter Verteidigung bis kurz vor dem Ende. Nach 38 Minuten jedoch schien das Geschehen nochmals zu kippen, als Johannes Voigtmann ebenfalls per Dreier die Skyliners 72:71 nach vorn brachte.

Diesen Rückschlag beantwortete Taylor mit seinem ersten Kunstschuss aus der Ferne. Frankfurt kämpfte verbissen, gab nie auf. „Wir hatten etwas Glück“, gab Obradovic zu, „Frankfurt hatte auch seine Chancen.“ Nutzte sie nur nicht, während die Berliner eiskalt blieben.

Robert Lowerys Einsatz im Finale ist fraglich; er knickte um und wurde ausgewechselt. Vermutlich kommt für ihn Mitchell Watt zum Einsatz, der im Halbfinale nur zusah.

Dunking zwei Sekunden vor Schluss entscheidet Bayern-Sieg

Zuvor hatten die Bayern ihren Erfolg ausgiebig gefeiert. Sie greifen nun mit Nachdruck nach dem deutschen Pokal, den sie zuletzt 1968 gewonnen haben. Als Bryce Taylor zwei Sekunden vor Schluss einen krachenden Dunking im Bamberger Korb versenkte, war der Finaleinzug nach hochklassigen vierzig Minuten besiegelt.

„Das war heute Basketball auf hohem europäischem Level“, freute sich Trainer Svetislav Pesic. Die Fans skandierten „Super-Bayern, Super-Bayern – hey, hey“, und Sportdirektor Marko Pesic herzte seinen Vater.

Die Gastgeber hatten den verletzungsbedingten Ausfall von Nihad Djedovic gegen die aktuell beste deutsche Mannschaft verkraftet, auch schwächere Vorstellungen von Maximilian Kleber und Paul Zipser. Der Rest funktionierte als Team dagegen so gut, wie man es von den Münchnern in dieser Saison bisher selten gesehen hatte.

Im Duell gegen die Franken zeigten die Bayern, „dass wir auch nicht schlecht sind, dass wir auch Basketball spielen können“, wie Trainer Pesic süffisant anmerkte. Das soll nun Alba zu spüren bekommen. München ist haushoher Favorit. Das sieht Obradovic genauso.

„Wir haben nichts zu verlieren“, sagte er, genoss aber schon den Moment: „Wir haben seit Wochen viele Probleme. Da ist es gut, in einem Finale zu stehen.“