Basketball

Neuer Sportdirektor sieht Alba auf NBA-Niveau

Mit Himar Ojeda bekommt Alba einen bestens vernetzten Sportdirektor. Der Traum des Spaniers ist eine florierende Nachwuchsarbeit.

Himar Ojeda (l.), Albas neuer Sportdirektor, und Marco Baldi, Geschäftsführer des Bundesligisten, haben alles im Griff

Himar Ojeda (l.), Albas neuer Sportdirektor, und Marco Baldi, Geschäftsführer des Bundesligisten, haben alles im Griff

Foto: imago sportfotodienst / imago/Matthias Koch

Berlin.  Das „Guten Morgen“ kam Himar Ojeda schon fast akzentfrei über die Lippen. Berührungsangst mit der deutschen Sprache scheint Albas neuer Sportdirektor nicht zu kennen, der Spanier kündigte sogar an, die Sitzungen des Managements ab Oktober auf Deutsch statt Englisch bestreiten zu wollen. Ein ehrgeiziges Ziel – vorerst aber auch die offensivste Ankündigung des 43-Jährigen.

„Alba ist auf dem richtigen Weg und als Klub mehr als gesund“, sagte Ojeda bei seiner Vorstellung, organisatorisch befänden sich die Berliner fast schon auf NBA-Niveau. Daran, dass Alba den Besten der Welt auch basketballerisch einen Schritt näher kommt, will Ojeda in den nächsten drei Jahren arbeiten.

Geschäftsführer Marco Baldi erhofft sich viele neue Impulse von Ojeda – als Begleiter des Profi-Teams, in der Kaderplanung und auch in der Nachwuchsarbeit. Nach Ojedas Vorgängern, den früheren Alba-Spielern Henning Harnisch und Mithat Demirel, habe ein „Wunsch nach Erfahrung“ geherrscht. Die hat Alba definitiv bekommen. Ojeda kann mehr als 15 Jahre als Trainer, Sportdirektor und Klubchef vorweisen, zuletzt arbeitete er als Talentspäher für die Atlanta Hawks. Viel besser als er kann man im europäischen Basketball nicht vernetzt sein.

Richtiger Riecher und gewissenhafte Arbeit

„Beim Scouting“, sagt Ojeda, blaues Sakko, Alba-Pin am Revers, „muss man das richtige Gespür haben.“ In seiner Zeit beim spanischen Erstligisten Gran Canaria wurde er auf einen gewissen Walter Tavares aufmerksam. Der 2,21-Meter-Hüne hatte bis zu seinem 17. Lebensjahr zwar noch nie einen Basketball in der Hand gehabt, spielt aber heute für Atlanta in der NBA. Dank Ojeda.

Mindestens genauso wichtig wie der richtige Riecher sei allerdings gewissenhafte Arbeit. Das Umfeld eines Spielers abklopfen, mit Weggefährten sprechen, die Familie kennenlernen – Ojeda will so wenig wie möglich dem Zufall überlassen. Mit Profis, deren primärer Antrieb das Geld ist, kann er wenig anfangen. Er träumt von einem stabilen Team, dessen Kern über mehrere Jahre zusammenbleibt. Noch mehr aber träumt er von einer florierenden Nachwuchsarbeit. „Wir wollen junge Spieler auf das bestmögliche Level führen“, sagt der zweifache Familienvater. Aus Spanien bringt er diesbezüglich bestes Know-how mit.

Und Titelträume? Die will Ojeda nicht befeuern. „Im Sport ist alles möglich“, sagt er nur. Er selbst will dafür sorgen, dass für Alba in Zukunft vieles noch ein Stück möglicher wird.