Basketball

Alba feiert im Eurocup Wiedersehen mit dem Biest

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Dietmar Wenck
Schönen Dunk auch: Jamel McLean stopft jetzt für Armani Mailand

Schönen Dunk auch: Jamel McLean stopft jetzt für Armani Mailand

Foto: Antonio Bat / dpa

Alba Berlin trifft heute im Basketball-Eurocup auf Mailand. Einer der Schlüsselspieler dort ist der Ex-Berliner Jamel McLean.

Berlin.  Bei Alba Berlin freuen sich viele auf den Mann, der ihnen an diesem Mittwoch (20 Uhr, Mercedes-Benz Arena) den Spaß verderben will. Akeem Vargas etwa hat Jamel McLean, mit dem er vergangene Saison bei Reisen ein Zimmer teilte, in alter Freundschaft ein gemeinsames Abendessen angeboten. Jonas Wohlfarth-Bottermann wünschte ihm frohe Weihnachten und hat gratuliert, als McLean zum MVP eines Spieltages in der Euroleague gekürt worden war.

Zum Korb darf der Amerikaner nicht kommen

Auch Alex King kommunizierte über What’s App mit dem Amerikaner, der jetzt das Trikot von Armani Mailand trägt. „Er freut sich auf Berlin“, erzählt der Alba-Kapitän. Zugleich warnt King: „Jamel ist ein Biest unter dem Korb. Da müssen wir ihn weghalten.“

Die Berliner freuen sich schließlich auch auf den Auftakt der Top 32 im Basketball-Eurocup. Weitere Gruppengegner sind Aris Saloniki und Neptunas Klaipeda aus Litauen. Für Trainer Sasa Obradovic sind die Italiener von der Papierform her der Favorit. Weiterkommen, also mindestens Zweiter werden, will Alba trotzdem. Obradovic ist klar, wie: „Zu Hause musst du gewinnen.“ Egal, gegen wen.

Armani-Team ist eigentlich zu gut für den Eurocup

Mailand hat ein Aufgebot zusammen, das in der Euroleague Furore machen wollte. „Krass, dass so eine Mannschaft Eurocup spielt“, findet King. Das Supertalent Alessandro Gentile, das in der NBA spielen könnte, aber nicht wollte. Der mit allen Spielmacher-Wassern gewaschene Oliver Lafayette, der serbische Power Forward Milan Macvan. Die Kroaten Stanko Barac und Krunoslav Simon – all diese Namen versprechen mehr. Aber viele Verletzungen verhinderten den Erfolg.

McLean blieb davon verschont. Der 27-Jährige, der sich mit seiner freundlichen Art und dem Siegtreffer gegen NBA-Champion San Antonio Spurs gleich in die Herzen der Alba-Fans gespielt hatte, ist auch in Italien eine verlässliche Größe. Mailand hatte dem Mann aus New York 2015 ein Angebot gemacht, das sein Einkommen mal eben verdoppelte und ihn für eine kleine sechsstellige Summe aus seinem Vertrag bei Alba herausgekauft.

Auch in Mailand ein Schlüsselspieler

Das macht sich immer mehr bezahlt. In den vergangenen vier Spielen der italienischen Liga, wo Armani Tabellenzweiter ist, kam er auf 17,5 Punkte im Schnitt bei einer Trefferquote von 63 Prozent.

„Jamel ist auch dort ein Schlüsselspieler“, weiß Obradovic, „aber wir wissen, was er mag und was nicht.“ Kennt nicht auch McLean die Systeme Albas? „Er kennt sie“, sagt der Trainer und ergänzt lachend, „doch er vergisst sie auch wieder, das hat er schon letzte Saison manchmal gemacht.“

Ein Spielertyp, der von Energie und Instinkt lebt

Genau darin liegt indes eine von McLeans Stärken: Er macht dann intuitiv das Richtige, befreit sich aus manch verfahrener Situation und kommt durch Improvisation doch noch zum Korberfolg. „Jamel lebt von seiner Energie“, lobt Obradovic, „macht viele Fehler, weiß aber, wo er stehen muss. Er ist ein Instinktspieler.

Man darf gespannt sein, wem nach dem Spiel das Essen besser schmeckt.