Auch sein viertes Spiel in der Basketball-Bundesliga hat das neu formierte Team von Alba Berlin gewonnen. Die Mannschaft von Trainer Sasa Obradovic gewann bei den Crailsheim Merlins mit 80:75 (32:36) und bleibt Tabellenführer. Allerdings sah es nicht sehr überzeugend aus, was die Berliner boten: zu hektisch, zu schwach in den Würfen, zu sehr beeindruckt vom emotionalen Auftritt der Gastgeber und am Ende auch nicht konzentriert genug, um den Erfolg ruhig ins Ziel zu bringen.

Von Beginn an zeigten die Gastgeber, dass sie längst nicht mehr das Kanonenfutter der vergangenen Saison sind, als der Aufsteiger sportlich gleich wieder abgestiegen war und nur in der Klasse blieb, weil TBB Trier in die Insolvenz ging. Mit dem ehemaligen deutschen Nationalspieler Konrad Wysocki haben sie einen Anführer verpflichtet. Ohne Respekt gingen die Merlins in die Partie. „Ich glaube“, sagte Wysocki keineswegs schwer enttäuscht, „wir haben Alba ganz schön gekitzelt heute.“

Das erste Viertel lief noch halbwegs nach Plan, da führte Alba knapp, aber fast durchgehend. Ganz anders die zweiten zehn Minuten. Alles, was in den drei Spielen zuvor gut geklappt hatte, lief plötzlich schief. Zu viele Einzelaktionen, keine Kontrolle über das Geschehen, in der ersten Halbzeit insgesamt nur ein verwandelter Dreipunktewurf in zehn Versuchen: Crailsheim nutzte diese Schwächen aus, lag zeitweise mit bis zu zehn Punkten vorn und stellte die Berliner vor große Probleme.

Meister Bamberg kassiert Niederlage bei Aufsteiger Gießen

Besser trat Alba im dritten Viertel auf, hatte nun das Geschehen mehr im Griff, blieb ruhiger. „Wir haben erst unseren Rhythmus nicht so gefunden“, sagte Berlins Nationalspieler Niels Giffey, „aber besser lief es in der zweiten Hälfte, als wir mehr unter den Korb zu Loncar und Kikanovic gespielt haben.“ Crailsheim kassierte nun viele Fouls, Alba konnte dies nutzen, um nicht nur auszugleichen, sondern seinerseits auf zwölf Punkte Vorsprung davonzuziehen. Elmedin Kikanovic (16 Punkte), Dragan Milosavljevic (15) und Akeem Vargas (13) waren die besten Berliner Schützen. Und dennoch wurde die scheinbar entschiedene Partie am Ende noch einmal dramatisch, als die Merlins bis auf drei Punkte herangekommen waren.

Aber Alba rettete den Sieg – was Meister Brose Baskets Bamberg nicht gelang: Die Franken verloren bei Aufsteiger Gießen 46ers völlig unerwartet mit 80:81.

BM