Basketball

Alba Berlin und Borussia Dortmund vereinbaren Kooperation

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Dietmar Wenck
Hans-Joachim Watzke (l.) und Axel Schweitzer verfolgen zukünftig gemeinsame Ziele

Hans-Joachim Watzke (l.) und Axel Schweitzer verfolgen zukünftig gemeinsame Ziele

Foto: Britta Pedersen / dpa

Ein Basketball- und ein Fußball-Klub wollen voneinander profitieren – ein Novum im deutschen Profisport.

Berlin.  „Ein bisschen viel blau hier“, scherzte Hans-Joachim Watzke beim Betreten des Konferenzraumes von Alba Berlin. Blaue Tische, blauer Teppich, blaue Stühle – die Farben des Vorsitzenden der Ge­schäftsführung von Fußball-Klub Borussia Dortmund dagegen sind schwarz und gelb. Letztere immerhin ist auch eine der Farben des Basketball-Bundesligisten.

Beide Klubs waren acht Mal Deutscher Meister

Es gibt weitere Gemeinsamkeiten: die je acht deutschen Meistertitel, die europaweit herausragenden Zuschauerzahlen und, wie Alba-Aufsichtsrats-Chef Axel Schweitzer hervorhob: „Uns verbindet eine Wertebasis: echter Sport, Leidenschaft, Hingabe.“ Beide sehen sich als ­Herausforderer mit großer Strahlkraft.

Zukünftig verbindet die Klubs noch mehr: eine offizielle Kooperation. Die interdisziplinäre Partnerschaft ist etwas Neues in Deutschland. Watzke und Schweitzer kennen sich gut, die Zusammenarbeit wurde ohne Vertrag, sondern per Handschlag besiegelt. Konkret sichtbar wird sie vermutlich in Kürze in der Einrichtung eines gemeinsamen Fan-Shops in Berlin. Ein gemeinsames Training der Profis, Vergleiche der Nachwuchsarbeit sind auch geplant.

Bei Vermarktung ist der Fußball weit voraus

„Es gibt interessante Schnittstellen“, sagte BVB-Marketingchef Carsten Cramer, „auch im Social Media wollen wir uns verknüpfen.“ Gerade China sei da wichtig. Dort hat Schweitzers Unternehmen Alba Recycling seit einigen Jahren einen Fuß mehr in der Tür, ein „nicht zu unterschätzender Aspekt“, wie Watzke zugibt. So kann einmal ein Basketballverein Türöffner für die großen Fußballer sein.

Auf der anderen Seite will Alba natürlich von der populärsten deutschen Sportart lernen. „Vermarktung, Fernsehverträge, auch die Internationalität sind für uns interessante Themen“, erklärt Schweitzer, „gerade in der Vermarktung ist der Fußball natürlich weiter.“ Es gehe weder darum, eine Vereinigung gegen Bayern München zu bilden, das in beiden Sportarten führend ist. Noch sei es das Berliner Ziel, aktiv zu versuchen, Sponsoren des BVB vom Basketball zu überzeugen. Wobei sicher keine Abneigung bestünde, wenn der Fall eintreten sollte.

Tuchel und Obradovic werden sich unterhalten

„Wir sind offen und sehr neugierig, wie sich das entwickelt“, sagte Watzke. Schweitzer ergänzte: „Beide Seiten können davon profitieren.“ Als nächstes sollen sich sogar die Trainer Thomas Tuchel und Sasa Obradovic austauschen, ob man vom anderen etwas über Trainingsinhalte, Belastungen und medizinische Betreuung lernen kann.

( diw )