Alex Renfroe überlegte einen Moment. Ist Alba Berlin schon in der Form, die man für das Play-off braucht? „Vielleicht noch nicht“, sagte der Amerikaner schließlich, „aber“, und dabei zeigte er erklärend mit seiner rechten Hand leicht nach oben, „ich spüre einen Fortschritt von Spiel zu Spiel.“ Die ersten beiden Partien des Viertelfinales gegen die EWE Baskets Oldenburg seien hart gewesen. „Doch wir haben es ins Halbfinale geschafft. Das ist, was zählt.“

Bayern müssen noch Frankfurt aus dem Weg räumen

Damit traf Renfroe die allgemeine Stimmung nach dem 87:77, dem dritten Sieg gegen die EWE Baskets. „Das Ziel, das wir uns vor der Saison gesetzt haben, das haben wir erreicht“, sagte Trainer Sasa Obradovic. „In der nächsten Runde kann daraus eine sehr gute Saison werden. In der übernächsten die beste.“ Sie wollen also – wenig überraschend – Deutscher Meister werden. Am liebsten wäre es Obradovic, im Halbfinale auf Bayern München zu treffen, das sich mit den Frankfurt Skyliners noch nicht einig ist. Die Bayern führen 2:1 und müssen an diesem Sonntag am Main antreten. Warum die Bayern? „Weil sie ein sehr attraktiver Gegner sind“, so der Serbe. Und Alba wäre nicht der Favorit.

In jedem Fall wird eine deutliche Steigerung nötig sein, vor allem gegenüber den beiden ersten Vergleichen mit Oldenburg. Obradovic ficht das nicht an: „Wo sieht man denn schon im Viertelfinale perfekten Basketball?“, fragte er rhetorisch. „Wir haben noch Zeit, uns zu verbessern.“ Durch den Sweep, also durch das schnellstmögliche Weiterkommen in nur drei Spielen, erleben die Berliner ausgerechnet im entscheidenden Moment die längste spielfreie Phase der gesamten Saison. Acht Tage, bis zum Pfingstsonntag (17 Uhr, O2 World), hat Alba jetzt Ruhe, sich auf das erste Halbfinale vorzubereiten.

Bei dem bleiben, was die Mannschaft stark gemacht hat

Was dabei im Mittelpunkt stehen muss, ist Marco Baldi klar. „Wir gewinnen über die Verteidigung, hohe Intensität, Leidenschaft, mannschaftliches Spiel und Entschlossenheit“, sagte der Alba-Geschäftsführer. „Wir müssen bei dem bleiben, was uns die ganze Saison stark gemacht hat.“ Sich durch nichts ablenken lassen, nicht durch die leichte Fersenverletzung von Jamel McLean, nicht von der aktuellen Wurfschwäche Reggie Reddings. Die beiden Amerikaner nimmt Obradovic besonders in Schutz: „Sie überlegen viel, wie sie der Mannschaft am besten helfen können.“ Auch sie sollten sich auf die einfachen Dinge konzentrieren. Alba-Dinge. Bei Redding klappte das im dritten Spiel schon besser: sieben Assists, vier Rebounds, zwei Ballgewinne. Hätte Renfroe das gehört, hätte er wohl noch mal seine Hand gehoben. Tendenz: leicht steigend.