Basketball

Alba enttäuscht gegen Hagen und ist dennoch Spitze

Alba Berlin ist zurück an der Spitze der Basketball-Bundesliga. Gegen Phönix Hagen zeigten die Berliner in einer zerfahrenen Partie jedoch unfassbare Schwächen. Giffey war mit 14 Punkten bester Werfer.

Foto: Digitalfoto Matthias / pa/DFM

So darf es aus Sicht von Alba Berlin bleiben: Nach dem 78:74 (52:40) gegen Phoenix Hagen steht das Basketballteam an der Spitze der Bundesliga-Tabelle. Das wäre eine optimale Ausgangsposition fürs Play-off. Allerdings hat Alba ein Spiel mehr auf dem Konto als die nach Minuspunkten gleichen Bamberger. Die Franken müssen am Freitag bei Meister München antreten.

Doch was die Berliner nach dem Europaliga-Aus und dem Pokalwochenende mit der Halbfinal-Niederlage boten, war ganz schwach. Die Berliner wirkten geistig und körperlich leer. „So hatten wir uns das nicht vorgestellt“, meinte Niels Giffey, mit 14 Punkten bester Werfer.

Die Hagener bewiesen vor 7277 Zuschauern (schwächster Besuch in dieser Saison) einmal mehr, warum die Konkurrenten so ungern gegen sie spielen. Mit ihrer Defensivtaktik, sich gleich mit zwei Spielern auf einen Angreifer zu stürzen, und ihren blitzschnellen Abschlüssen in der Offensive sind sie ganz schwierig auszurechnen. Entsprechend schwer tat sich Alba. Nach vier Minuten hieß es 9:15.

Alba-Profis wirken unkonzentriert

Giffey war es, der mit drei Dreiern das zwischenzeitliche 30:23 (10.) besorgte. Gute Aktionen und schlechte Entscheidungen wechselten bei Alba sehr schnell. Kaum ein Berliner erreichte Normalform, die Alba-Profis wirkten unkonzentriert, was sich in 19 Ballverlusten, in vergebenen Korblegern und Freiwürfen dokumentierte.

Wenn Alba richtig anzog, wurde gleich die Führung ausgebaut (49:34). Was Hagens Trainer Ingo Freyer, 1995 als Profi gemeinsam mit Obradovic Korac-Cup-Gewinner mit Alba, so erzürnte, dass er eine Wasserflasche aufs Spielfeld warf, die dann fast einen am Rand sitzenden Zuschauer getroffen hätte. Unverständlich, dass Freyer dafür nicht disqualifiziert wurde. In der Halbzeit, beim 52:40, entschuldigte sich Hagens Coach bei seinem „Opfer“.

Nach dem Wechsel drehten erst einmal Leon Radosevic und Marko Banic (12) auf, die gemeinsam mit Reggie Redding (10) die Führung auf 64:44 (25.) schraubten. Das Berliner Spiel blieb aber weiter zerfahren und fehlerhaft, was Alba-Coach Sasa Obradovic immer wieder in Rage versetzte. Phasenweise traf Alba überhaupt nicht, war völlig von der Rolle, zeigte unfassbare Schwächen. Hagen kam bis auf 76:72 heran. Doch die Berliner mogelten sich durch.