Basketball

Zwei Träume von Alba sind plötzlich geplatzt

Keine 48 Stunden nach dem Euroleague-Aus kassiert Alba Berlin die zweite empfindliche Niederlage. Im Pokal-Halbfinale fehlt dem Hauptstadtclub die Kraft. Gegner Bamberg hofft auf den ersten Cup-Triumph seit 2012.

Foto: Carmen Jaspersen / dpa

Am Donnerstag noch Hochstimmung, zwei Tage später Ernüchterung: Für Alba Berlin haben sich innerhalb von nicht einmal 48 Stunden gleich zwei Träume in Luft aufgelöst. Zuerst unterlagen die Berliner Basketballer im entscheidenden Spiel um den Einzug ins Euroleague-Viertelfinale vor eigenem Publikum Maccabi Tel Aviv 64:73. Am Sonnabend folgte beim Top Four um den deutschen Pokal in der Oldenburger EWE-Arena vor 6000 Zuschauern, darunter fast 1000 Alba-Fans, der nächste herbe Dämpfer.

Cupverteidiger Berlin verlor sein Halbfinale gegen die Brose Baskets Bamberg nach schwacher Vorstellung 65:86 (30:44) und muss an diesem Sonntag (11 Uhr) das ungeliebte Spiel um Platz drei gegen Bonn bestreiten. Im Finale trifft Bamberg auf Gastgeber Oldenburg, der sich im zweiten Halbfinale mit 77:71 (35:43) gegen die Bonner durchsetzte.

„Wir haben unsere beiden Schlüsselspiele verloren“

„Unter dem Strich war es eine bescheidene Woche“, gab Alba-Nationalspieler Akeem Vargas zu, „wir haben unsere beiden Schlüsselspiele verloren.“ Wobei die Schlappe in Oldenburg sicher mit dem Scheitern am Donnerstag eng zusammenhing. Es war spürbar, dass bei den Berlinern ein Funke Konzentration, ein wenig Frische, etwas Überzeugung und Spannung fehlten. Und dass die Franken all diese Probleme nicht hatten. Sie wirkten ausgeruht, auf den Punkt vorbereitet und wussten im Spiel die besseren Antworten.

Phasenweise war es wie eine Kopie des Maccabi-Spiels: Nie lag Alba vorn, stets hatten die Bamberger einen Vorsprung, den sie verwalten konnten. Von der ersten Minute an. Und immer, wenn sich die Berliner mit ihrem physischen Basketball herangekämpft hatten, nach der Halbzeit zum Beispiel von 30:44 auf 44:46, griff der Bundesliga-Tabellenführer zu einer besonderen Verteidigungsvariante. „Da haben sie ihre Abwehr auf Zone umgestellt“, erkannte Vargas, das heißt, Alba sollte zu Würfen von außen gezwungen werden. Kein schlechter Plan, die Dreierquote der Berliner war katastrophal: 17 Versuchen standen nur zwei Treffer von Vargas und Alex Renfroe gegenüber.

Bei Bamberg hat „jeder etwas beigetragen“

Bamberg machte das besser (9/22), aber nicht nur das. Die Mannschaft von Trainer Andrea Trinchieri trat geschlossener auf, „jeder hat etwas beigetragen“, wie der Italiener stolz analysierte. Alba dagegen hatte Ausfälle zu verkraften. Reggie Redding erwischte am Sonnabend einen schwachen Tag. Topscorer Jamel McLean haderte mehr mit ausbleibenden Schiedsrichterpfiffen, als dass er seinem Team half. Die Deutschen Niels Giffey und Kapitän Alex King enttäuschten ebenfalls. Zu viele Ausfälle, um die Baskets Bamberg zu schlagen. Beste Alba-Werfer waren Marko Banic, Leon Radosevic (je 11) und Jonas Wohlfarth-Bottermann (10) – allesamt Center.

Sasa Obradovic war enttäuscht, aber kurz nach der Niederlage bereits wieder angriffslustig. „Bamberg hat es heute mehr verdient, ins Finale einzuziehen“, sagte der Alba-Trainer, doch das war noch nicht sein Schlusswort. „Ich verspreche, dass dieses Aufeinandertreffen in Zukunft einen ganz anderen Verlauf nehmen wird“, sagte er und wiederholte: „Das verspreche ich.“ Ein Titel wird in dieser Saison schließlich noch vergeben: der so herbeigesehnte deutsche Meistertitel. „Wir sollten jetzt noch mal Platz eins in der Bundesliga attackieren“, sagte auch Vargas. Da sind sie punktgleich mit Spitzenreiter Bamberg Zweiter.