Basketball

Vor dem Spiel in Athen steht Alba schon als Sieger fest

Gegen Panathinaikos Athen muss das Berliner Basketballteam gewinnen, um sich die Chance aufs Erreichen des Viertelfinales in der Europaliga zu erhalten. Alba hat bereits mehr erreicht als erwartet.

Foto: Lukas Schulze / dpa

Der Gegner scheint übermächtig, aber dennoch freut sich bei Alba jeder drauf. „Wir fahren da mit guter Laune hin“, sagt Geschäftsführer Marco Baldi mit Blick auf das Europaligaspiel am Donnerstag bei Panathinaikos Athen (20.45 Uhr, kostenloser Livestream bei sport1.de). Die strahlenden Mienen bei Alba haben ihren Grund. „Wenn man vorher schon gewonnen hat, fällt alles leichter“, sagt Baldi.

Vorher schon gewonnen? Baldi spielt auf das an, was bisher geschah in der Europaliga. „Niemand hat uns zugetraut, dass wir so weit kommen“, sagt Trainer Sasa Obradovic. „Nicht einmal erträumt“ habe man sich das, so Baldi. Mit vier Siegen und sechs Niederlagen die Hauptrunde überstanden, mit einer Bilanz von 6:6 im Top 16 noch die Chance, aus eigener Kraft das Play-off-Viertelfinale zu erreichen: Es war ein schier unglaublicher Weg, den Alba bisher in der Beletage des europäischen Basketballs gegangen ist. „Mit jedem Sieg haben wir mehr Selbstvertrauen bekommen“, nennt Spielmacher Alex Renfroe einen der Gründe für den starken Auftritt in Europa.

„Wir sollten mit Superlativen sehr sparsam umgehen. Aber es ist allein schon ein Superlativ, dass zuvor niemals eine deutsche Mannschaft so viele Spiele in der Hauptrunde und im Top 16 gewonnen hat“, schwärmt Baldi. Seit Gründung der neuen Europaliga 2000 erreichte noch nie ein deutsches Team das Viertelfinale. Alba stand in der Königsklasse bislang 1998 einmal unter den besten acht Team. Damals flog noch Henning Harnisch und standen weitere Legenden wie Henrik Rödl und Wendell Alexis im Team von Trainer Svetislav Pesic.

Vor 17 Jahren stand Alba schon einmal im Viertelfinale

17 Jahre später ist die Chance wieder da. Der Weg ist klar, Alba muss „nur“ am Donnerstag beim griechischen Topklub und eine Woche später in der O2 World gegen den amtierenden Europaliga-Champion Maccabi Tel Aviv gewinnen. „Eine schwierige Mission“, sagt Baldi lächelnd. Bange machen gilt nicht. „Es sind doch die großen Spiele, in denen es um alles geht, für die du die gesamte Saison lang spielst“, meint Renfroe. Von Beginn an sei Alba Außenseiter gewesen, „jetzt sind wir es eben wieder.“

Es gibt viele Rechenspiele neben der Formel: zwei Siege gleich Viertelfinale. Am einfachsten: Bei einer Niederlage in Athen und einem gleichzeitigen Sieg von Tel Aviv gegen Galatasaray Istanbul ist der Traum aus. Sollten jedoch Alba und Maccabi verlieren, käme es in einer Woche gegen Tel Aviv zum Showdown.

So oder so – Alba Berlin hat in Europa Großes geleistet. Das Ganze hat auch noch einen positiven finanziellen Aspekt. Im Schnitt 9903 Fans kamen zu den bisherigen elf Heimspielen. „Damit haben wir signifikant mehr eingenommen als wir für die Europaliga kalkuliert haben.“