Basketball

Alba hat im Klassiker den längeren Atem

Die Basketballer von Alba Berlin haben den Bundesliga-Klassiker gegen die Baskets Bonn gewonnen. Dank des 90:78-Erfolges stehen die Berliner weiterhin auf dem zweiten Platz in der Tabelle.

Foto: Soeren Stache / dpa

Leon Radosevic blies nach getaner Arbeit erst einmal die Backen auf: „Puh, das war ein schweres Stück Arbeit“, sagte der Basketballprofi von Alba Berlin nach dem 90:78 (44:48) seiner Mannschaft im Bundesligaspiel gegen die Telekom Baskets Bonn. Eine Halbzeit lang sah es gar nicht gut aus für die Berliner, die Platz zwei in der Bundesliga festigten. Doch dann riss sich das Team von Trainer Sasa Obradovic zusammen. Vor allem Radosevic glänzte – er war mit 18 Punkten bester Werfer vor Marko Banic (15).

Obradovic war mit der ersten Hälfte sehr unzufrieden. „Da fehlte uns die Intensität, aber nach der Pause haben wir eine ganz andere Einstellung gezeigt.“ Das Spiel am vergangenen Donnerstag gegen Belgrad habe viel Energie gekostet. Beim Sprungball gegen Bonn war es erst knapp 44 Stunden her gewesen, dass Alba gegen Roter Stern gewonnen hatte.

Alba verzichtete auf Spielmacher Clifford Hammonds. Der US-Amerikaner hatte nach mehrwöchiger Verletzungspause gegen Belgrad ein neunminütiges Comeback gegeben, ist aber noch nicht hundertprozentig der Alte.

Von draußen sah Hammonds, dass er seinem Team sehr hätte helfen können. Denn im Spielaufbau fehlten bei Alba oft die Ideen. Alex Renfroe hatte schnell drei Fouls auf seinem Konto, und vor allem Jonathan Tabu konnte sehr wenig bewegen. Lediglich wenn Youngster Ismet Akpinar, 19, als Spielmacher agierte, hatte das Spiel bis zur Pause wirklich Struktur. Akpinar war es auch, der nach knapp zehn Minuten die 26:16-Führung erzielte.

Dass die hart zu Werke gehenden Bonner im zweiten Viertel 30 Zähler erzielen konnten, zeigt, dass auch in der Defensive nicht gut genug gearbeitet wurde. Bonn gelangen in den ersten 20 Minuten acht Dreier (Alba drei, am Ende sechs). Aus einem 39:34 (16. Minute) wurde zur Halbzeit ein 44:48-Rückstand. „48 Punkte in einer Hälfte, das war einfach zu viel“, meinte Akpinar. Obradovic rüttelte das Team in der Kabine auf.

Nach der Pause begann Alba zwar erneut fehlerhaft (44:50), verteidigte aber stark und drehte in der Offensive auf. Und die Bonner? Trafen in den zweiten 20 Minuten überhaupt nicht mehr aus der Distanz.

McLean und Redding drehen auf

Endlich zeigten sich neben Radosevic und Banic auch Jamel McLean (11) und Reggie Redding, der von den Alba-Fans unter den 11.954 Zuschauern in der O2 World für einen spektakulären Dunk gefeiert wurde. Eine Berliner 14:0-Serie führte zum 65:55 (27.). „Wir sind im dritten Viertel eingebrochen“, meinte Bonns Coach Mathias Fischer.

Mit zehn Punkten Vorsprung (69:59) ging Alba in ein hektisches Schlussviertel. Nach einer krassen Fehlentscheidung der Schiedsrichter regte sich Obradovic derart stark auf, dass er ein Technisches Foul kassierte. Danach waren die Alba-Fans der sechste Mann – und endlich traf auch Tabu zum 80:65 (34.). Der Rest war ein Schaulaufen.