Basketball

Vor der Kür in Athen wartet auf Alba die Pflicht gegen Bonn

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Dietmar Wenck

Foto: Oliver Mehlis / dpa

Wieder einmal macht sich Alba in der Europaliga das Leben selbst schwer, aber findet doch noch den richtigen Weg, um zu gewinnen. Am Sonnabend in der Bundesliga gegen die Telekom Baskets.

Marco Baldi war mit sich und seiner Welt im Reinen. „Das fühlt sich richtig gut an. Wir sind noch im Rennen. Wer hätte das gedacht?“, sagte der Geschäftsführer von Alba Berlin. Den anstrengenden Kontrahenten Roter Stern Belgrad im Schlussspurt niedergekämpft, mit 83:78 den insgesamt zehnten Sieg in dieser Saison in der Basketball-Europaliga eingefahren – das ist seit Beginn des aktuellen Euroleague-Formats vor fast 15 Jahren keiner deutschen Mannschaft geglückt. Und es könnte sogar noch besser kommen: Wenn Alba am Gründonnerstag bei Panathinaikos Athen gewinnt, ist das Viertelfinale greifbar nah. Ein Platz unter den besten acht Vereinsteams in Europa.

Einmal mehr hat sich Alba gegen Belgrad das Leben selbst schwer gemacht, als das Team einen 17-Punkte-Vorsprung verspielte. „Man rauft sich auch mal die Haare“, gab Baldi zu. „Wir haben trotzdem wieder einen Weg gefunden zu gewinnen“, lobte jedoch der sonst so strenge Trainer Sasa Obradovic, der selbst zwischen Euphoriebremse und Träumerei schwankte, seine Mannschaft: „Wir müssen uns jetzt keinen Druck machen, wir müssen nicht noch mehr erreichen. „Aber“, fügte er hinzu, „man weiß ja nie.“

Zunächst gilt es ohnehin, die Konzentration auf das Heimspiel an diesem Sonnabend (18.30 Uhr, O2 World) gegen Bonn zu legen. Schwierig, sagt der Trainer und meint beides: den Gegner und sich auf die Bundesliga einzustellen. „Bonn spielt einen seriösen Basketball. Wenn man ihnen die Chance gibt zu gewinnen, könnten sie es tun.“ Anders als Roter Stern es tat. Die Berliner dürfen sich auch nicht davon blenden lassen, dass die wochenlang verletzten Clifford Hammonds, Jamel McLean und Jonathan Tabu wieder mitwirken. Alle drei, aber besonders die beiden Erstgenannten, sind noch längst nicht in der Nähe ihrer Bestform.

Erleichtert waren die Gastgeber, dass die Geschichte mit den Belgrader Fans gut ausging. „Ich hoffe, die Vorfälle beim Galatasaray-Spiel bleiben einmalig“, sagte Baldi, „aber es hat unseren Blick verändert. Wir haben uns dem Thema gestellt.“ Die Sicherheitsvorkehrungen waren diesmal weitaus besser. „Wir müssen wachsam bleiben“, weiß Baldi. Das gilt nicht nur für die Verantwortlichen beim Thema Sicherheit. Das gilt auch für die Spieler in der Partie gegen Bonn. Erst danach geht es um höhere Ziele.