Reggie Redding wollte alle Schuld auf sich nehmen. „Ich übernehme die Verantwortung für diese Niederlage“, sagte der Basketball-Profi von Alba Berlin. Sicherlich war es nicht das beste Spiel des US-Amerikaners, der vor allem in der Schlussphase einige Male patzte, doch das 59:65 gegen Panathinaikos Athen musste sich die ganze Mannschaft ankreiden. Trainer Sasa Obradovic brachte es auf den Punkt: „Wenn man 24 Ballverluste hat, kann man nicht gewinnen.“ 24 – Obradovic musste noch mal auf die Statistik schauen. „Zehn oder zwölf wären akzeptabel gewesen...“

Alba brachte sich selbst um den Lohn, dabei zeigte das Team in der Defensive eine hervorragende Leistung. Athens Coach Dusko Ivanovic lobte sogar: „Von der Intensität in der Verteidigung her ist Alba vielleicht das beste Team in Europa.“ Aber den Berlinern fehlt im Vergleich zu Panathinaikos noch etwas ganz Entscheidendes. „Abgebrühtheit“ nennt es Geschäftsführer Marco Baldi.

Langjährige Erfahrung auf höchstem Niveau, wie sie bei den Griechen Profis wie Antonis Fotsis, 33, oder Dimitris Diamantidis, 34, haben. Leute, die jenseits der 30 sind und während ihrer Karriere schon alles gesehen und sehr viel gewonnen haben. Sie ließen sich auch von einem Elf-Punkte-Rückstand (31:42/25. Minute) nicht beirren. „Die haben das Gespür, in einer solchen Situation genau das Richtige zu machen, weil sie das alles schon tausendmal erlebt haben. Während wir verkrampfen“, sagte Baldi. In der Offensive ging bei Alba auf einmal gar nichts mehr.

Mit der Defensive ist Trainer Sasa Obradovic zufrieden

Kühl und überlegt zu bleiben, da hat Berlin noch Lernbedarf. „Die Europaliga ist für uns eine Schule“, meinte Obradovic, der mit der Defensivarbeit seiner Mannschaft sehr zufrieden war. Aber: „Basketball wird eben an beiden Enden des Feldes gespielt.“

Vom Lernprozess in der europäischen Beletage soll das Team vor allem in der Bundesliga profitieren. Und dort muss der Tabellenführer (38:2 Punkte) bereits am Sonntag (17 Uhr, Sport1) bei den Skyliners in Frankfurt antreten. „Das wird eine ganz harte Nummer“, ist sich Baldi sicher. Frankfurt kämpft um einen Play-off-Platz und konnte sich in Ruhe auf die Partie vorbereiten. Alba hingegen blieb keine Zeit. Baldi fürchtete: „Nach einer Niederlage merkt man erst, wie müde man ist.“