Alba Berlin hat sich schon im vorletzten Vorrunden-Spiel der Basketball-Euroleague für die Top 16 qualifiziert. Der ungeschlagene Bundesliga-Spitzenreiter gewann beim französischen Champion CSP Limoges mit 71:65 (35:27) und kann dadurch nicht mehr vom vierten Platz der Gruppe B verdrängt werden. Sogar Rang drei ist plötzlich in Reichweite: Verliert Unicaja Malaga in der nächsten Woche bei Titelverteidiger Maccabi Tel Aviv und gewinnt Alba sein letztes Spiel am Freitag in der Schmeling-Halle gegen Cedevita Zagreb, sind die Berliner unverhofft Dritter. Ziel war eigentlich nur das Überwintern in der besten Klasse des Kontinents.

Bester Berliner Werfer in Limoges war Jamel McLean mit 18 Punkten. Ihm am nächsten kam Vojdan Stojanovski mit 13 Zählern. Der Mazedonier erzielte in der Schlussphase zwei besonders wichtige Dreier zum Erfolg. „Wir wussten, dass wir mit einem Sieg weiter kommen“, sagte McLean, „vielleicht hat das den Ausschlag gegeben, dass wir unsere Chance so entschlossen genutzt haben.“

Im Hexenkessel der Beaublanc-Halle in Limoges boten beide Mannschaften allerdings keine Leistungen auf sonderlich hohem Niveau. Aber die Gäste lagen trotz ungewöhnlich vieler Ballverluste in der ersten Halbzeit ständig vorn, weil sie die Rebounds klar beherrschten und die Franzosen grauenhafte Wurfquoten hatten. Sie machten einen sehr nervösen Eindruck. Die Partie drohte jedoch urplötzlich zu kippen, als Limoges zu Beginn des dritten Viertels zehn Punkte in Serie machte und in Führung ging. Alba blieb fast fünf Minuten lang ohne einen Punkt. Doch die Berliner kamen zurück und setzten sich wieder ab. Das letzte Viertel gehörte wieder ihnen.

Die Berliner, denen Reggie Redding wegen eines Trauerfalls in dessen Familie fehlte, feierten ihren vierten Sieg in der Euroleague. Bereits das Hinspiel hatten sie mit 89:66 gewonnen. Am Euroleague-K.o. des FC Bayern München hingegen konnte auch der Sieg im letzten Heimspiel der Gruppenphase nichts mehr ändern. Trotzdem war er für das Selbstwertgefühl sehr wichtig. „In den letzten zehn Minuten haben wir gezeigt, dass dieses Team Basketball spielen kann“, kommentierte Trainer Svetislav Pesic nach dem erfolgreichen Schlussspurt beim 95:89 (38:46) gegen den polnischen Landeschampion Turow Zgorzelec. Die Bayern schließen die Vorrunde durch diesen Erfolg voraussichtlich auf dem fünften Rang ab.

BM