Basketball

Alba bringt sich gegen Quakenbrück in Partystimmung

Berlins Basketballer bleiben auch im elften Spiel ungeschlagen - ganz passend zum 25-jährigen Vereinsbestehen. Die Fans feierten ihr Team.

Foto: Lukas Schulze / dpa

Alba Berlin war gestern in Partystimmung. Sein 25-jähriges Jubiläum feiert der Verein schon seit ein paar Wochen mit verschiedenen Festlichkeiten. Nun war einmal eine richtige Fete angesagt, in einem Berliner Hotel mit mehreren Hundert Gästen. Das konnten zuvor schon die Besucher der O2 World ahnen, die zum Bundesligaspiel gegen die Artland Dragons zum Zuschauen gekommen waren, denn da wurden viele Männer präsentiert, die für eine Weile Gesichter des Klubs gewesen waren: Zoran Radovic etwa, der legendäre Spielmacher der ersten beiden Jahre. Oder Jovo Stanojevic, der bärige Center. Oder Trainer Luka Pavicevic, Meister und Pokalsieger mit Alba. Oder Stephan Baeck, der Kapitän des Korac-Cup-Siegers. Nenad Canak, Dreier-Gott. Jörg Lütcke, Teoman Öztürk. Oder, oder, oder.

Natürlich wollten die Gäste aus Niedersachsen nicht nur zum Rahmenprogramm dieser Veranstaltung gehören. Doch als Party-Killer waren sie vor 10.234 Zuschauern ein Total-Ausfall. „Wir wurden überrannt, dieses Team steht nicht umsonst auf Platz eins“, sagte Artlands Trainer Tyron McCoy. Albas Mannschaft bezwang den Tabellenvierten beeindruckend mit 97:58 (48:36). Es ist der elfte Sieg in dieser Spielzeit und damit der beste Saisonstart seit 2000/2001, als der spätere Deutsche Meister gar 24-mal gewann. Zugleich war es der höchste Erfolg gegen die Dragons aller Zeiten.

40 Minuten volle Intensität

Die Fans feierten ihr Team, das 40 Minuten lang verbissen verteidigte, als hätte es die schwere Euroleague-Partie zwei Tage zuvor in Tel Aviv nicht gegeben, euphorisch. Wer am längsten brauchte, um in feierliche Stimmung zu kommen, war Trainer Sasa Obradovic. Wer ihn beobachtete, bekam erst spät das Gefühl, dass er sich schon auf das Fest freute. Am Ende sagte er: „Ich kann meiner Mannschaft zu dieser Leistung nur gratulieren.“ Die Gastgeber gewannen jedes Viertel, bauten ihren Vorsprung immer weiter aus. Bester Werfer war Jamel McLean mit 17 Punkten vor Akeem Vargs (14); insgesamt trafen sechs Berliner zweistellig.

Auch die Youngster Ismet Akpinar und Moritz Wagner, die im letzten Viertel eingesetzt wurden, hatten einen schönen Abend. Oder Jonas Wohlfarth-Bottermann, 24, der acht Punkte und sechs Rebounds beisteuerte. Aber vor allem seine drei Blocks begeisterten das Publikum. Seinen großen Auftritt hatte er auch einer Schulterverletzung von Leon Radosevic zu verdanken. „Das ist eine schöne Ausgangslage für heute Abend“, sagte der Center, „ich bin selbst überrascht, dass wir so hoch gewinnen konnten.“ Auf der Party Gas geben wollte er anschließend dennoch nicht: „Das lässt der Terminplan nicht zu.“ Am Dienstag (20 Uhr, O2 World) wartet mit den Riesen Ludwigsburg schon der nächste Herausforderer.