Basketball

Alba kann einen Riesenschritt in Richtung Top 16 machen

Um in der Basketball-Europaliga in die Zwischenrunde zu kommen, sollte Alba am Freitag bei Cedevita Zagreb gewinnen. Bei den Kroaten arbeitet der ehemalige Berliner Matej Mamic als Sportdirektor.

Foto: Jorge Zapata / dpa

Es ist der Fluch der guten Tat. „Je öfter wir gewinnen, desto mehr erwarten die Leute von uns“, hat Sasa Obradovic erkannt. Und der Trainer des Basketballteams von Alba Berlin fügt an: „Speziell nach dem Sieg gegen Bayern München.“ Spätestens nach dem klaren Erfolg in der Europaliga gegen Limoges und dem Erfolg gegen Meister München zwei Tage danach ist die Euphorie bei den Fans riesig.

Keine Frage, Alba hat seine Anhänger in dieser Saison bisher ziemlich verwöhnt: In der Bundesliga stehen die Berliner – als einziges Team ungeschlagen – an der Tabellenspitze. Bevor es überhaupt in der Liga losging, holte Alba den Champions Cup (gegen die Bayern) und schlug den NBA-Champion San Antonio.

Gestiegene Erwartungen: Dazu gehört, dass der Klub auch in Europa eine gute Figur abgeben sollte. Der Start mit drei Niederlagen gegen Moskau, Malaga und Titelverteidiger Tel Aviv war vorhersehbar, jetzt soll jedoch nach dem Erfolg gegen Limoges durchgestartet werden. Eben den französischen Meister und Kroatiens Titelträger Cedevita Zagreb muss Alba hinter sich lassen, um sich in der Gruppe als Vierter von sechs Teams für das Top 16 zu qualifizieren.

Am Freitag muss Berlin nun in Zagreb antreten – und Albas kroatischer Profi Leon Radosevic sagt: „Ein Sieg dort wäre ein Riesenschritt in Richtung Zwischenrunde.“ Wobei der Einsatz von Kapitän Alex King (Sprunggelenk) und Vojdan Stojanovski (Knie) fraglich ist. Die Kalkulation in der Gruppe sei „für uns noch komplizierter“ geworden, meint der Trainer mit Blick auf den unerwarteten Erfolg von Zagreb in Tel Aviv vor einer Woche. Um so wichtiger wäre ein Sieg in Kroatien. Dort wurde ein sehr interessantes Projekt gestartet. „Die bauen richtig was auf“, sagt Obradovic voller Respekt. „Das erinnert mich an die glorreiche Zeit von Partizan Belgrad, als eine Handvoll sehr junger Talente mit einigen erfahrenen Spielern kombiniert wurden.“

Bei Alba ist der Einsatz von Stojanovski und King fraglich

Die beiden Baumeister bei Cedevita sind zum einen der erfahrene Trainer Jasmin Repesa und als Sportdirektor der in Berlin sehr gut bekannte Matej Mamic.

Der heute 39-jährige Mamic erlitt als Alba-Spieler am 26. November 2005 während der Bundesliga-Partie gegen den TBB Trier in der Max-Schmeling-Halle einen schweren Unfall, der seine aktive Karriere abrupt beendete. Er erlitt damals eine Rückenmarkprellung. Doch Mamic erholte sich zum Glück wieder von der Verletzung, arbeitete noch als Trainer bei Albas ehemaligem Kooperationspartner TuS Lichterfelde – bevor er 2008 zu Cedevita ins Management wechselte.