Reggie Redding hatte seinen Spaß. „Sieht so aus, als würden sie meine Hilfe nicht brauchen“, scherzte der leicht verletzte US-Amerikaner in Diensten Alba Berlins und grinste dazu. Er hatte zuvor beobachtet, wie der Basketball-Bundesligist 83:65 gegen Hapoel Jerusalem gewann. Nur ein Test zwar, aber immerhin der dritte siegreiche im dritten Vorbereitungsspiel auf die neue Saison, die am 27. September (20.30 Uhr) mit dem Champions Cup gegen Bayern München beginnt. Das erste Bundesligaspiel bestreitet Alba am 2. Oktober ebenfalls daheim gegen Göttingen (jeweils O2 World, 18.30 Uhr).
Der Coach ist mit der Entwicklung zufrieden
Auch Sasa Obradovic wirkte wenigstens nach dem Spiel zufrieden. „Es ist eine gute Entwicklung da“, sagte der Coach, der während der Partie noch gewohnt emotional versucht hatte, seine Mannschaft zu dirigieren: mal applaudierend, mal scheinbar mit den Nerven am Ende. Es ist für ihn jetzt die schwierigste Zeit. Das neue Team funktioniert noch nicht, kann noch nicht funktionieren, wie er es sich vorstellt. Die drei Neuen, Niels Giffey, Jamel McLean und Jonathan Tabu, müssen noch die Laufwege und ihre Mitspieler kennenlernen, so wie diese sich erst noch an sie gewöhnen müssen.
Um das Zusammenspiel zu verbessern, reisen die Berliner zu zwei Vorbereitungsturnieren. An diesem Wochenende spielen sie in Zgorzelec (Görlitz) gegen Tschechiens Meister CEZ Nymburk, Ungarns Champion Szolnoki Olaj und Gastgeber Turow. In der nächsten Woche sind in Kroatien Cedevita Zagreb, Galatasaray Istanbul sowie zum Abschluss im Platzierungsspiel Fenerbahce Istanbul oder Darüssafaka Istanbul oder Gastgeber KK Zadar die Kontrahenten.
Zu viele Ballverluste, zu viele vergebene Freiwürfe
„Es ist ein weiter Weg“, weiß Sasa Obradovic. Die Mannschaft mache noch zu viele taktische Fehler, habe zu viele Ballverluste und vergebe zu viele Freiwürfe. „Aber das ist normal in dieser Phase. Alle versuchen noch, ihre Rolle zu finden.“ Mal war Tabu der Topscorer, zuletzt gegen Jerusalem war es McLean.
Am konstantesten von den Neuen wirkte bisher Giffey, auf dem große Hoffnungen ruhen. Der zweimalige College-Champion ist so etwas wie der Königstransfer, einer, den Alba unbedingt in seine Heimatstadt Berlin zurückholen wollte. Er scheint sich hier sehr wohl zu fühlen. „Ich finde gut, dass es eine klare Linie gibt in der Defense. Jeder muss sich dem unterwerfen, daraus entsteht teamintensiver Basketball.“ Keine Sonderrechte für Stars – genau sein Ding. „Erfolg“, sagt der 23-Jährige, „hat viel mit gegenseitigem Vertrauen zu tun.“ Aber auch mit Fleiß. Da scheint Giffey ebenfalls nicht das schlechteste Vorbild zu sein. „Immer, wenn ich zum Training komme“, auch das hat Reggie Redding beobachtet, „ist Niels schon da.“
diw



