Der Serienmeister Bamberg ist entthront. Die Artland Dragons aus Quakenbrück stoppten den Champion der vergangenen vier Jahre, in denen die Franken auch dreimal den Pokal gewannen, bereits im Viertelfinale. Während sich in Bamberg größere Veränderungen ankündigen, bereiten sich die Dragons auf das Halbfinale und die nächste Hürde vor – und die heißt Alba Berlin. Dadurch, dass Artland als Siebter der Hauptrunden den Zweiten Bamberg ausschaltete, haben die Berliner auch in dieser „Best-of-five“-Serie Heimrecht. Zum ersten Duell kommt es am Sonntag (15.45 Uhr) in der O2 World.
Dass Alba jetzt im Halbfinale auf jeden Fall in zwei Partien und in einem möglicherweise entscheidenden fünften Spiel das Heimrecht hat, gefällt Marco Baldi. „Heimspiele muss man immer nehmen“, sagt Albas Geschäftsführer, wissend, dass seine Mannschaft in Eurocup und Bundesliga von 29 Heimspielen nur zwei verlor. Zudem finden die beiden Spiele in Berlin, die es auf alle Fälle geben wird, an zuschauer- und damit einnahmeträchtigen Sonntagen statt. Beim Blick auf den Kontrahenten allerdings verdunkelt sich Baldis Miene recht zügig. „Nach den Ergebnissen der Saison hätte uns Bamberg möglicherweise eher gelegen. Artland ist ein sehr gefährliches und tief besetztes Team, das in München gewonnen und auch uns geschlagen hat.“
Und nicht nur das. „In den vergangenen vier Jahren hat kein Team Bamberg zu Hause zweimal geschlagen. Wir haben es geschafft“, sagte Dragons-Coach Tyron McCoy nach dem Einzug in das Halbfinale. „Sie können sich nicht vorstellen, wie stolz ich auf mein Team bin“, fuhr der Mann fort, der schon als Spieler, „The Cat“ (die Katze) genannt, Alba das Fürchten lehrte. „Wir haben Spieler im Team, die Stars sein können, die herausstechen können. Aber sie tun immer das, was ich von ihnen verlange und sind selbstlos. Ich bin sehr glücklich. Wir treffen jetzt auf Berlin und werden auch dort unser Bestes geben.“
Die Gefahr droht aus der Distanz
Zwei der Stars, die immer ihrem Trainer gehorchen, sind zweifelsfrei Lawrence Hill, der im vierten Spiel gegen Bamberg sechs von sieben Dreiern traf, und David Holston. Letzterer traf in dieser Partie zwar „nur“ fünf von acht, ist aber mit seiner Körpergröße von 1,70 Meter so rasend schnell, dass ihm seitens Alba-Coach Sasa Obradovic in der Vorbereitung eine ganz besondere Aufmerksamkeit zuteil werden wird.
Derweil wurde bekannt, dass Frank Menz nicht mehr Bundestrainer ist. Diese Entscheidung gab der Deutsche Basketball Bund jetzt nach wochenlangen Spekulationen bekannt. Als heißester Kandidat für die Nachfolge wird Ex-Alba-Coach Emir „Muki“ Mutapcic gehandelt. „Ich glaube, es gib noch ein zwei Kandidaten“, sagte der Bosnier der Berliner Morgenpost. „Es muss auch noch Gespräche zwischen dem Verband, der Liga und meinem Arbeitgeber FC Bayern München geben, denn ich habe hier noch ein Jahr Vertrag. Ich rechne in den nächsten zwei Tagen mit einer Entscheidung.“ Menz wird wieder die U20 des DBB trainieren.





