Basketball

Für Alba Berlin kommt jetzt das Sahnehäubchen

Nach dem Pokalsieg, dem guten Abschneiden in Europa und dem Erreichen des Halbfinals können die Berliner befreit aufspielen. Das neu zusammengestellte Team hat bereits alle Erwartungen übertroffen.

Foto: Stefan Puchner / dpa

Ulms Trainer Thorsten Leibenath gratulierte nach Albas entscheidendem Sieg in der „Best-of-five“-Serie des Viertelfinales um die Deutsche Meisterschaft seiner Mannschaft zu der erbrachten Leistung und fand, dass diese Serie auch noch ein alles entscheidendes fünftes Spiel verdient gehabt hätte. Wäre Albas Geschäftsführer Marco Baldi gänzlich unbeteiligt, hätte er dem Ulmer Coach sicherlich zugestimmt, denn noch nie waren die Spiele bereits in der Runde der letzten Acht in allen vier Paarungen so eng wie in diesem Play-off.

Baldi stellte aber wie auch alle anderen in Albas Reisegruppe die Freude über die Leistungsdichte der Liga und die „enorme Intensität der Serien“ hinten an. Weit davor stand die Erleichterung, nicht wie in den vergangenen zwei Spielzeiten schon im Viertelfinale gescheitert zu sein. „Ulm war eine ganz hohe Hürde“, sagte Baldi. „Die Mannschaft spielt schnell, unkonventionell und ist brandgefährlich. Wir haben es dennoch geschafft, in das Spiel eine Struktur zu kriegen.“

Sein Team sei in einem herausfordernden europäischen Wettbewerb unter die besten Acht gekommen und habe den Pokal gewonnen, beschreibt Albas starker Mann noch einmal Anlass und Ausmaß seiner Erleichterung. „Aber all das wäre ganz schnell vergessen gewesen, wären wir in der ersten Runde ausgeschieden. Auf dieser ersten Runde lag ein enormer Druck“, sagte Baldi.

Mit Wut im Bauch nach Ulm

Mit einem ähnlich düsteren Szenario vor Augen sind wohl auch David Logan und Clifford Hammonds nach Ulm gefahren. Wie die ganze Mannschaft hätten sie sich maßlos „geärgert“, am Donnerstag das dritte Spiel verloren und nicht schon da die Serie beendet zu haben. „Normalerweise zieht einen eine solche Niederlage runter“, weiß Albas Sportdirektor Mithat Demirel, „aber davon war nichts zu sehen.“ Vor allem bei den beiden genannten US-Amerikanern nicht, denen es gelang, in nur 48 Stunden aus dem Frust positive Energie zu schöpfen.

Bei der Niederlage am Donnerstag hatten beide in der Summe 21 Mal auf den Korb geworfen, jeweils nur einmal getroffen und zusammen sechs Punkte erzielt. In Ulm waren es 24 Versuche und 15 Treffer, Logan erzielte 23 Punkte, 18 davon durch Dreier, und Hammonds 20.

Nach dem Erreichen des Halbfinales spricht Baldi bereits von „einer gelungenen Saison. Was jetzt kommt, kommt on top“. Natürlich werde aber alles getan, um noch mehr zu erreichen. Wobei der Druck auf die Stars seit gestern Nachmittag auch aus dem eigenen Haus kommt. Da wurde Albas U19 in der Nachwuchs-Bundesliga NBBL deutscher Meister. Beim 69:56 im Finale gegen Urspring machte Ismet Akpinar, der bereits zuvor zum wertvollsten Spieler der Liga („MVP“) gewählt worden war, 25 Punkte und traf 17 von 17 Freiwürfen. Das will er sicherlich auch bald mal in Ulm tun.