Der Blick auf die aktuelle Basketball-Saison könnte bei Alba Berlin zu Leichtsinn verführen. Viertelfinalgegner Ulm hat in bisher vier Vergleichen viermal gegen die Mannschaft von Trainer Sasa Obradovic verloren. Sogar in der Ratiopharm-Arena gewannen die Berliner beide Spiele. Doch vor dem zweiten Play-off-Viertelfinale am Dienstagabend (19.30 Uhr) bemühten sich die Verantwortlichen, den Ball flach zu halten.
48 Siege in 59 Spielen
„Ulm ist kreuzgefährlich, daran hat sich nichts geändert“, sagte etwa Geschäftsführer Marco Baldi. Obradovic forderte unmittelbar nach dem 86:66 in der Schmeling-Halle am Sonnabend: „Wir sollten den Sieg in den Köpfen wie eine Niederlage behandeln, damit wir auch in Ulm mit dem unbedingten Siegeswillen antreten.“
Der Auftakt ist gelungen – mehr nicht. „Es war nicht so eindeutig, wie das Ergebnis scheint“, warnte Alba-Spieler Alex King. Dennoch ist es nicht leicht, nach schon wieder 13 Pflichtspielsiegen in Folge hundertprozentig konzentriert zu bleiben. Insgesamt traten die Berliner in dieser Saison bisher 59-mal an und verließen 48-mal als Gewinner das Parkett, gewannen den deutschen Pokal und erreichten das Viertelfinale des Eurocups – die Spielzeit wird allein vom Sieg/Niederlagen-Verhältnis her als eine der erfolgreichsten der Alba-Geschichte bestehen bleiben. Doch das alles ist Makulatur, wenn es jetzt im Kampf um die Meisterschaft ein frühes Ende gäbe.
Bestes Defensiv-Team der Liga
Bei allem Respekt vor Ulm: Bleibt die Mannschaft konzentriert, wird das nicht geschehen. Offensiv ist sie unberechenbar für den Gegner. Am Sonnabend war nach Punkten und Rebounds Jan Jagla der herausragende Mann, im Pokalfinale glänzte Clifford Hammonds als Topscorer. In den Bundesligaspielen hatte dies jeweils David Logan getan. Doch das wahre Erfolgsgeheimnis ist die herausragende Verteidigungsarbeit der Berliner. Als die Alba-Defense am vergangenen Sonnabend in der zweiten Halbzeit richtig aggressiv wurde, brach Ulm in sich zusammen. „Wir haben gezeigt, dass wir das beste Defensiv-Team in der Bundesliga sind“, sagte Obradovic stolz.
Dazu ein Team, das immer wieder personelle Schwächungen bravourös weggesteckt hat. In den vergangenen drei Spielen musste es auf Center Leon Radosevic verzichten, der nach seiner Knöchelverletzung allerdings schon wieder mit dem Ball trainieren konnte und die Reise an die Donau mit der Mannschaft antrat. Über seinen Einsatz soll kurzfristig entschieden werden. Doch selbst, wenn er spielen kann, ist auch das kein Grund, leichtsinnig zu werden.





