Wer das Sprichwort aus dem Mutterland des Basketballs kennt, dass nämlich die Offensive Tickets verkauft, die Defensive aber Meisterschaften gewinnt, wird die gute Nachricht, die am Dienstag bei Alba eintraf, in etwa einschätzen können. Einer in der Mannschaft hat nach dem Pokalsieg im März jetzt einen zweiten Titel: Clifford Hammonds wurde von den Trainern und Kapitänen der Bundesliga sowie Journalisten zum „Best Defensive Player“, also zum besten Verteidiger der Liga gewählt.

„Natürlich freue ich mich über die Auszeichnung“, sagt der 28-jährige US-Spielmacher. „Aber das ist auch eine Auszeichnung für das ganze Team. Ganz persönlich empfinde ich das als Anerkennung für meine Haltung, immer hart zu arbeiten, wie ich es von meinen Eltern gelernt habe.“

Hammonds war von diesem „großen Kompliment“ sichtlich überrascht. Fast als einziger. Denn 82 Punkte entfielen bei der Wahl auf ihn, die beiden Bamberger D’Or Fischer (70) und Anton Gavel (52) hielten respektvoll Abstand.

„Ich freue mich für Cliff, ich habe ihn auch gewählt“, gibt Alba-Kapitän Sven Schultze zu und entkräftet gleich den etwaigen Verdacht der Klüngelei. „iMac (Immanuel McIlroy, d. R.) war schon defensiv eine Nummer, aber Cliff ist klar eine Stufe höher. Er setzt mit seiner Defense den Ton, reißt die anderen mit und ist der Motor der Mannschaft.“ Und folgerichtig auch der des besten Defensivteams der Liga. Alba lässt eine gegnerische Trefferquote von rund 40 Prozent zu – das ist Bestwert der Liga. Er tue doch nur nur, was er schon immer gemacht hat, erzählt der Ausgezeichnete. „Stolz“ mache ihn seit jeher, wenn er das Spiel „des besten Spielers des Gegners“ zumindest stark eingeschränkt hat.

Auch im Training mit vollem Einsatz

„‚Berliner Mauer’ wäre vielleicht ein ganz guter Spitzname für Hammonds“, witzelt Albas Coach Sasa Obradovic. Er habe gewusst, „dass mit Cliff einer der besten Verteidiger nach Berlin kommt. die ich jemals gecoacht habe. Zudem ist er sehr professionell, es hat noch kein Training gegeben, in dem er nicht in jeder Sekunde einhundert Prozent gegeben hat.“ Dabei sei sein Pointguard das eine oder andere Mal „sicherlich ziemlich müde“ gewesen. Obradovic sagt auch das schmunzelnd, denn er weiß, dass Albas Wohl seit Ende September in allen 53 Pflichtspielen, quer durch Europa, in den Händen seines Lenkers lag. Im Schnitt rund 25 Minuten pro Partie.

Im Pokalfinale gegen Ulm stand Hammonds 32:46 Minuten auf dem Parkett und war mit 19 Punkten Albas Topscorer. Dafür gab es keinen individuellen Preis, aber für alle den ersten Titel der Saison. Den hat Darius Adams von den Eisbären Bremerhaven nicht – dafür ist er der beste Offensivspieler der Saison.