Basketball

Alba Berlin muss sich jetzt auf harte Zeiten einstellen

Der Bundesliga-Sieg gegen die Artland Dragons aus Quakenbrück zeigt, dass die Konkurrenz gegen den Pokalsieger aus Berlin immer aggressiver zu Werke geht. Die Chancen auf den dritten Platz sind gut.

Akeem Vargas spürte jeden Knochen einzeln. „Ellenbogen, Nacken, Rücken, alles tut weh“, berichtete der Basketballprofi von Alba Berlin nach dem 89:75 (47:41) seiner Mannschaft gegen die Artland Dragons. Sehr hart ging es zur Sache in der Bundesligapartie am Sonntag vor 8765 Zuschauern in der O2 World. Es gab wohl kaum jemanden, der das Spiel ohne blaue Flecken überstanden hatte. „Aber solange wir gewinnen“, meinte Vargas, „ist alles gut.“

Vargas war einer der Hauptdarsteller beim emotionalen Höhepunkt der Partie. In der 24. Minute wurde Albas Flügelspieler von seinem Gegenspieler Acha Njei beim Korbleger brutal niedergerammt, daraus entstand ein Gerangel mit mehreren Beteiligten, das die Disqualifikation des Deutsch-Kameruners aus dem Artland zur Folge hatte.

Aber auch ohne Njei waren die Dragons ein sehr unangenehmer Gegner. Bei den Berlinern machte sich zudem das Fehlen von David Logan (Stauchung des Sprunggelenks) bemerkbar. „Wir vermissen ihn“, sagte Albas Trainer Sasa Obradovic. Zwar führten die Berliner nach 17 Minuten mit elf Zählern Differenz (43:32), Sicherheit gab das aber nicht. Die Gäste kamen zum Ausgleich (47:47/22.), erst nach dem 67:64 (31.) im letzten Viertel konnte sich Alba entscheidend und am Ende zu klar absetzen.

Obradovic war mit seinem Team zufrieden und freute sich, dass ein weiteres Zwischenziel erreicht wurde. Nach dem achten Sieg in der Liga und im Pokal hintereinander hat Alba nun Rang vier sicher, was auf alle Fälle für das Play-off-Viertelfinale (Modus „Best oft five“) Heimvorteil bedeutet. Termin der ersten Partie gegen einen noch nicht feststehenden Gegner ist Sonnabend, 10. Mai. Gespielt werden muss dann allerdings in der Schmeling-Halle, weil die Arena am Ostbahnhof durch ein fünftägiges Gastspiel des „Cirque du Soleil“ belegt ist.

Geschäftsführer Marco Baldi wittert Methode

Platz vier ist allerdings nicht das anvisierte Ziel, Alba hat gute Chancen, als Dritter der Punkterunde ins Play-off zu gehen. Man träfe dann auf Ulm, Bonn oder erneut die Artland Dragons. Obradovic und sein Trainerkollege Tyron McCoy, die sich einst als Profis gegenüberstanden, waren sich einig: „Das war heute von der Intensität her schon wie ein Play-off-Spiel.“

Dass die Spitzenteams jetzt langsam in den Play-off-Modus umschalten, es auf dem Parkett immer physischer wird, hat Alba-Geschäftsführer Marco Baldi nicht überrascht. Wie hart und aggressiv zuletzt Teams (Bonn, Artland) in Berlin aufgetreten sind, allerdings schon. „Das ist auffällig, da ist was im Busch...“ Und dabei, so Baldi, werde doch Alba immer wieder vorgeworfen, extrem aggressiv, ja sogar provozierend zu agieren. Der neue Stil der Gäste-Teams scheint nun die Reaktion der Konkurrenz zu sein. „Aber wir kommen mit allen Härten zurecht“, ist sich Baldi sicher.

Alba verhängt Hallenverbote gegen drei Fans

Mit Härte hat der Klub seinerseits auf eine Schlägerei vor der Partie gegen Bonn am 11. April außerhalb der Halle reagiert. Bereits bevor die Ermittlungen der Polizei abgeschlossen sind, habe Alba drei Personen einer Fan-Splittergruppe „präventiv“ mit Hallenverboten belegt, wie Mediendirektor Justus Strauven mitteilte. Laut Zeugenaussagen und Videoaufnahmen sollen sie an einem Angriff auf Bonner Anhänger beteiligt gewesen sein.