Das Schicksal der Telekom Baskets Bonn scheint es in dieser Saison zu sein, sich gegen Alba gut zu verkaufen, dann aber doch zu verlieren. Das war im Eurocup so, im Pokal-Viertelfinale und auch am Freitag in der O2 World.
Die Berliner besiegten am Freitagabend den Dauerrivalen vom Rhein vor 11.688 Zuschauern souverän mit 93:67 (41:36). „Ein wichtiger Sieg“ fand Kapitän Sven Schultze. Schließlich sei „jedes Spiel jetzt ein Endspiel, um den dritten Tabellenplatz zu halten“.
Alba musste ohne Levon Kendall in die fünfte Auflage des Klassikers in dieser Saison gehen. Der kanadische Center war, wie es hieß, aus privaten Gründen nicht dabei. Sein Fehlen war anfangs deutlich zu spüren. Coach Sasa Obradovic kam aus dem Schimpfen gar nicht mehr heraus, denn sein Team ließ im ersten Viertel gleich sieben Offensiv-Rebounds der Gäste zu. Dennoch lag seine Mannschaft nur beim 0:1 und beim 9:9 (5.) nicht vorn.
Offensiv lief es, wobei sich besonders Jan-Hendrik Jagla hervortat. Erst per Dreier, dann zum 26:19 (11.) aus Nahdistanz. Wirklich gefährlich und überlegen war Alba aber in Korbnähe und an der Freiwurflinie. Was allerdings reichte, um mit einer 41:36-Führung in die Halbzeit zu gehen. „Wir haben in der ersten Halbzeit nicht gut gespielt, in der zweiten aber viel besser bei den Rebounds gearbeitet und deshalb verdient gewonnen“, sagte Jagla.
Bonner McLean nach einer Tätlichkeit disqualifiziert
Die Partie war zunehmend ruppiger geworden und dieser Trend fand in der 26. Minute seinen Höhepunkt, als Bonns Jamel McLean sich dazu hinreißen ließ, Jagla mit beiden Armen zu Boden zu stoßen. Für McLean war das Spiel nach einem disqualifizierenden Foul zu Ende, ein herber Verlust für die Bonner, denn der Flügel hatte bislang aus dem Fehlen Kendalls den größten Nutzen gezogen. Ob er hätte verhindern können, dass Alba noch im dritten Viertel das Spiel entschied, ist fraglich.
Es waren drei Dreier von Logan, die in den Minuten 29 und 30 ohne Fehlversuch aus einem 59:51 ein 68:53 machten. So sehr sich die Bonner mit viel Biss mühten, die Partie endete mit einer Berliner Demonstration der Stärke. Bester Berliner waren Logan mit 16, Leon Radosevic mit 14 sowie Jagla und Redding mit je 13 Punkten.
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