Es wäre wirklich ein Wunder, käme es an diesem Dienstag in der O2 World (20 Uhr, TV.Berlin) zum Wunder von Berlin. Die Hypothek, mit der Albas Basketball-Team nach dem 54:86 am vergangenen Mittwoch gegen Valencia Basket in das Rückspiel des Eurocup-Viertelfinales geht, dürfte kaum zu tilgen sein. Oder, wie es Albas Topscorer David Logan formuliert, den Zweiten der spanischen Liga „mit mehr als 30 Punkten Differenz zu schlagen, dürfte ziemlich hart werden“.

Sasa Obradovic weiß, wie ein Wunder möglich würde, „jedes Viertel mit zehn Punkten gewinnen, ganz einfach“, sagt Albas Trainer mit einem kurzen Lächeln. Nach kurzem Scherz schickt er seine Mannschaft aber mit klaren Vorgaben in die Partie. „Ich verlange wie immer von jedem mindestens 100 Prozent“. Das Hinspiel „war unser schlechtestes Auswärtsspiel in dieser Saison. Valencia hat die Hälfte aller Punkte direkt nach unseren Fehlern gemacht. Es wird schwierig sein, das so zu wiederholen.“

Für Obradovic ist Valencia Topfavorit auf den Titel, „mit extrem aggressiven Außenspielern, auf die wir überhaupt nicht gut reagiert haben“ und einem Justin Doellman, der „vielleicht im Moment der beste Power Forward in Europa ist.“

King ist stark erkältet

Doellman machte im Hinspiel 33 Punkte, war weder von Levon Kendall noch von Jan-Hendrik Jagla oder Alex King zu stoppen. King plagt eine Erkältung, am Dienstag müssen wohl Kendall, Jagla und vielleicht auch Kapitän Sven Schultze gegen Doellman ran. Schultze drehte in den fünf Minuten, in denen er am Sonnabend beim 62:59 in Bremerhaven zum Einsatz kam, das Spiel.

„Ich kenne Doellman aus der spanischen Liga ganz gut“, erzählt Kendall, „ich hatte einiges, was er so macht, nicht mehr in Erinnerung, das hat mich ziemlich frustriert“, sagt der Kanadier und macht wenig Hoffnung, dass sein Gegenüber in Berlin kürzer treten könnte: „Er ist ein sehr konstanter Spieler, der schnell sehr viele Punkte machen kann.“

Dass Alba von Doellman und den anderen Stars im Team aus Spanien in der O2 World nicht mehr so überrascht werden dürfte, ist ein Faktor vor der Partie am Dienstag. Der andere, sicher viel entscheidendere, dürfte sein, dass Alba zu Hause spielt und dort im Eurocup noch ungeschlagen ist. Überhaupt hat die Mannschaft das Soll in diesem Wettbewerb mit 15:4 Siegen und dem Erreichen des Viertelfinales klar übererfüllt.

Selbstvertrauen für das Pokal-Wochenende

Kein Wunder, dass Jagla sagt: „Wir wollen das Spiel gewinnen, haben vor unseren Fans immer sehr gut gespielt. Wir können natürlich nicht sagen, wir wollen mit 33 Punkten gewinnen, aber uns mit einem Sieg gegen Valencia aus dem Wettbewerb zu verabschieden, ist nicht das schlechteste, was uns passieren kann.“

Das sieht auch Obradovic so. „Siege sind immer gut“, sagt er. Sein Team habe bislang viel Selbstvertrauen aus den Erfolgen in Europa gezogen. Und selten kämen Sieg und Selbstvertrauen so passend. Am Sonnabend trifft Alba in Ulm im Pokalhalbfinale auf Meister Bamberg.