Basketball

70:58 gegen Bamberg - Alba setzt zum Höhenflug an

Alba Berlin gegen Brose Baskets Bamberg - das ist immer noch ein Schlager. Diesmal feierten die Berliner einen haushohen Sieg gegen den Deutschen Meister - und rücken wieder auf Platz drei vor.

Alba Berlin hat sich im Spitzenspiel der Liga mit 70:58 (45:31) gegen die Brose Baskets Bamberg durchgesetzt. Im Fantalk der Berliner Morgenpost kommentieren die Spieler Leon Radosevic und Jan-Hendrik Jagla die Partie.

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Wer den Schaden hat… „Und ihr wollt Deutscher Meister sein?“, sangen die Fans von Alba Berlin voller Spott. Ja, Siege gegen die Brose Baskets Bamberg schmecken eben besonders süß. Entsprechend groß war der Jubel am Sonnabendabend in der O2 World nach dem 70:58 (45:31) der Berliner gegen den Meister aus Franken. Alba zeigte: Nicht nur Bayern München und Bamberg haben Chancen, ganz vorn zu landen, auch mit den Berlinern ist in dieser Form zu rechnen.

„Es war ein sehr hartes Spiel“, meinte Albas Spielmacher Cliff Hammonds. „Aber wir sind cool geblieben.“ Besonders wichtig sei gewesen, „dass wir Bamberg bei 58 Punkten gehalten haben“. Die starke Verteidigung der Berliner war der Schlüssel zum Sieg.

Bambergs Trainer Chris Fleming war bedient. Vor allem über die Leistung seiner Mannschaft in der ersten Hälfte schimpfte er: „Das war von der Kampfbereitschaft her nicht akzeptabel.“ Erst in der zweiten Hälfte habe sein Team einigermaßen das gezeigt, weiß man erwarten könne. Sein Berliner Kollege Sasa Obradovic hingegen war rundum zufrieden: „Wir haben das Spiel von der ersten Minute an kontrolliert.“

Von einer „Woche der Wahrheit“ war bei Alba die Rede gewesen. Den ersten Teil hatte man am Dienstag mit dem 96:93 gegen Sassari und dem Einzug ins Eurocup-Viertelfinale erfolgreich gemeistert. Aber Teil zwei gegen die seit zehn Spielen ungeschlagenen Bamberger war noch einmal schwieriger.

Doch Alba war gleich voll da. Da fiel es auch nicht ins Gewicht, dass sich Center Levon Kendall nach nur 19 Sekunden bereits zwei Fouls eingehandelt hatte. Die Berliner spielten in der Defensive so konsequent, dass Bamberg nach acht Minuten schon sieben Ballverluste unterlaufen waren. Zu diesem Zeitpunkt hieß es 21:12 für die Berliner.

Berliner einen Tick galliger

Im Spiel der in der Defensive stärksten (Bamberg) gegen die zweitstärkste (Alba) Mannschaft der Bundesliga waren die Berliner noch einen Tick galliger. Baskets-Spielmacher Jared Jordan, von den Berlinern „zugemacht“, kam kaum zum Zug, ihm gelangen nur vier Punkte und drei Assists. Es gab schon einen Vorgeschmack aufs Play-off: Die Spieler waren noch ein bisschen aggressiver auf dem Feld, die Fans auf den Rängen noch ein wenig lauter als sonst. Leon Radosevic (11 Punkte) stellte erstmals eine zweistellige Berliner Führung her (25:15/12. Minute). Da Kendall lange draußen bleiben musste, bekam Jan Jagla (11) mehr Einsatzzeit, er nutzte die knapp 15 Minuten eindrucksvoll. Sieben Zähler hintereinander von ihm führten zum 34:22 (15.). 15 Punkte Differenz (43:28/18.) betrug die höchste Führung. Tosender Applaus begleitete die Alba-Profis in die Kabine, nachdem David Logan (bester Berliner Werfer mit 14 Punkten) nach einem tollen Spielzug unter Zeitdruck mit der Sirene den 45:31-Halbzeitstand hergestellt hatte.

Würde der Meister zurückkommen? Zumindest legten die Bamberger in der Defensive noch einen Zacken zu. Entsprechend schwerer wurde es für Alba, Punkte zu erzielen. Aber die Berliner blieben ruhig, keine hektischen Aktionen, keine Versuche, mit dem Kopf durch die Abwehr-Wand zu gehen. Man baute die Führung zum Ende des dritten Viertels sogar auf 17 Zähler Differenz (56:39) aus. Die Alba-Fans unter den 13.255 Besuchern sangen bereits.

Erlösung durch Logan

Aber sie wurden leiser, als die jetzt unermüdlichen Bamberger langsam aufholten. Obradovic nahm schnell eine Auszeit, als der Vorsprung sieben Minuten vor Schluss auf 58:47 zusammengeschmolzen war. Alba wankte, viele Würfe gingen daneben. Die Berliner Defensive konnte nur das Schlimmste verhindern – zwei Minuten vor Ende nur noch 60:53. Leon Radosevic zum 62:53. Und 62 Sekunden vor Schluss dann die Erlösung durch einen Dreier von Logan zum 65:54. Die Jubelfeier konnte beginnen. Just an dem Tag, an dem vor 19 Jahren Alba in der Deutschlandhalle gegen Mailand den Korac-Cup gewonnen hatte. Mit Obradovic als Spieler.

Am 29. März sieht man sich wieder, wenn sich Alba und die Baskets im Pokalhalbfinale in Ulm gegenüberstehen. Dorthin nehmen die Berliner nach ihrem Erfolg in der 77. Auflage des Vergleichs mit dem großen Rivalen nun jede Menge Selbstvertrauen mit. Für Jagla war das noch kein Thema: „Wir wollten in der Bundesliga oben dranbleiben, das war heute das Ziel, nichts anderes.“ Nach der Niederlage von Oldenburg beim MBC ist Alba nun sogar wieder auf Platz drei vorgerückt.