Basketball

Selbst Trainer Obradovic ist begeistert von seinem Alba-Team

Als das Team für die neue Saison zusammengestellt wurde, waren die Erwartungen bescheiden. Jetzt steht Alba im Viertelfinale des Eurocups. „Wir sind weiter als erwartet“, sagt Geschäftsführer Baldi.

Foto: Oliver Mehlis / dpa

Akeem Vargas macht einen erschöpften, aber zufriedenen Eindruck. Mit Recht. Der 23-jährige Basketball-Profi von Alba Berlin absolviert seine erste Saison im internationalen Wettstreit und steht auf Anhieb im Viertelfinale des Eurocups. Nicht schlecht für einen Debütanten, der dabei mehr ist als ein Mitläufer; erst recht nicht schlecht für die völlig neu zusammengestellte Mannschaft des achtmaligen Deutschen Meisters.

Gerade hatten die Berliner in der O2 World Dinamo Sassari aus Sardinien mit 96:93 niedergerungen, jetzt wartet in der nächsten Runde der BC Valencia, der sich nur mit großer Mühe gegen Chimki Moskau durchsetzte.

Das Hinspiel findet am 18. oder 19. März 2014 in Spanien statt, das Rückspiel eine Woche später in Berlin. Kennt Vargas, der vergangene Saison noch die 2. Bundesliga bereicherte, die Spieler des spanischen Spitzenteams überhaupt? Na klar, kommt als Antwort, „aus dem Fernsehen. Es ist cool, jetzt mal gegen die zu spielen.“

Respekt ja, Angst nein

Cool ist es also. Respekt ja, Angst nein – so tritt Alba auf. Dabei ist Vargas nicht der einzige Novize in Europa. Gleiches gilt etwa für Reggie Redding, aus Tübingen nach Berlin gewechselt, der trotzdem mit einer Selbstverständlichkeit gegen die Italiener im entscheidenden Moment die Verantwortung übernahm, als sei er genau das gewohnt. Zum wiederholten Male.

Auch andere wie Jonas Wohlfarth-Bottermann oder Levon Kendall sind nicht gerade Europa-Veteranen, aber alles andere als verschüchtert. Albas internationale Zwischenbilanz ist mit 15 Siegen in 18 Spielen (ohne Heimniederlage) derart gut, dass Geschäftsführer Marco Baldi stolz sagt: „Ich bin überrascht, das hätte ich von dieser jungen Mannschaft nicht erwartet. Dass wir jetzt da stehen, ist grandios.“

Der Rest ist jetzt Zugabe für die junge Mannschaft

Das Alba-Team steckt ja noch mitten in einem Entwicklungsprozess. „Es wird weiter wachsen“, ist Baldi zuversichtlich, „uns fehlt noch viel. Trotzdem sind wir schon weiter, als wir erwartet haben.“ Was den Fans imponiert, sind „Primärtugenden“ (Baldi) wie Leidenschaft, Herz, Wille, Kampf. Die Mannschaft reißt mit, weil sie sich nie geschlagen geben will. Völlig egal, dass es in anderen Bereichen wie individueller Qualität, Status, Selbstvertrauen, Erfahrung noch einiges zu verbessern gilt. dafür brauchen die Spieler vor allem Zeit.

Sollen sie kriegen. Es sagt viel, dass der nie zufriedene Trainer Sasa Obradovic zugibt: „Ich bin zufrieden.“ Der Serbe hat lange genug selbst im Trikot auf internationalem Parkett gestanden, um die Leistung seiner Jungs richtig einschätzen zu können. „Viele gute Teams sind schon draußen. Das Viertelfinale ist ein Erfolg für uns. Ich wäre nicht enttäuscht, wenn wir jetzt ausscheiden.“ Das hat er seinen Spielern direkt nach dem Erfolg gegen Sassari in der Kabine mitgeteilt. „Der Rest ist Zugabe“, bestätigt Vargas die Ansage des Coaches.

Aber ist er das wirklich? „Wenn wir gegen Valencia spielen, wird das eine noch größere Herausforderung“, sagt Levon Kendall. Der Kanadier fügt aber gleich hinzu: „Eine Chance haben wir auch gegen die.“ Respekt ja, Angst nein.