Basketball

Für den Alba-Trainer ist Bamberg Titelfavorit Nummer eins

Alba Berlin hat gegen den Meister noch etwas gutzumachen: Im Spitzenspiel der Basketball-Bundesliga empfangen die Berliner die Brose Baskets Bamberg. Die Franken gewannen das Hinspiel mit 73:69.

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Das Play-off um die deutsche Basketball-Meisterschaft beginnt erst in knapp zwei Monaten. Aber schon jetzt steckt Alba Berlin in richtungsweisenden Wochen. Ein Top-Spiel jagt das nächste. Das Eurocup-Achtelfinale gegen Dinamo Sassari haben die Berliner gerade mit einem Kraftakt überstanden, bis Ende dieses Monats warten sechs weitere schwere Aufgaben: die Viertelfinal-Partien gegen den BC Valencia, das Top Four um den deutschen Pokal am 29. und 30. März in Ulm, zwischendurch eine Auswärtshürde in Bremerhaven, doch zuerst an diesem Sonnabend (20 Uhr) in der O2 World das Duell der dominierenden beiden deutschen Teams der vergangenen Jahrzehnte. Alba Berlin, achtmaliger Deutscher Meister, empfängt den Titelverteidiger Brose Baskets Bamberg, sechsmal Champion seit 2005.

Besser durch Veränderungen

„Wir wollen sie besiegen“, sagt Alba-Trainer Sasa Obradovic, „vor allem in unserer Halle haben wir eine Chance.“ Zumal sie heute fast ausverkauft sein dürfte. Gleichwohl weiß der Serbe um die Größe der Herausforderung. Werden die Brose Baskets von manchen unterschätzt, lobt Obradovic die Qualität der Franken über den grünen Klee. „Für mich sind die Bamberger der Topfavorit auf den Titel, nicht Bayern München“, legt er sich fest.

Die vielen Veränderungen, mit denen die Gäste ihr Team während der Saison umgekrempelt haben, hätten es noch besser gemacht: „Sie haben gute Wechsel vorgenommen.“ Besonders die Verpflichtung von Spielmacher Jared Jordan von den Telekom Baskets Bonn sei ein Gewinn, glaubt er. „Jordan ist einer der besten Pointguards der Bundesliga. Vor allem kennt er sie sehr gut.“

Bamberg konnte sich eine Woche lang vorbereiten

Der Zeitpunkt des Aufeinandertreffens behagt Obradovic nicht sonderlich. Weil die Bamberger in Europa mit dem Ausscheiden aus Euroleague und Eurocup große Enttäuschungen hinter sich haben, seien sie nun noch motivierter. Zudem konnten sich die Franken eine Woche lang auf das Gipfeltreffen vorbereiten, während Alba zunächst die Sarden aus Sassari von der Aufgabenliste streichen musste. Aber Alba klagt nicht über die Doppelbelastung, wie das gerade aus Fußballklubs immer wieder zu hören ist. Das sportliche Programm ist hart, aber nicht zu hart für austrainierte Profis. Der jüngste 85:83-Erfolg etwa, den Bayern München gegen Real Madrid feierte, wird der Mannschaft eher helfen als sie zu schwächen. Europa bleibt das beste Feld, Spieler weiterzuentwickeln. Wenn sie dies denn wollen.

Nicht nur der Alba-Trainer hat großen Respekt vor Bamberg, auch die Berliner Spieler, die in der Hinrunde in der Brose-Arena in der Schlussphase 69:73 unterlagen. „Sie sind ein gutes Team“, sagt David Logan, „einige von ihnen spielen schon lange zusammen und kennen sich gut.“ Dem pflichtet Reggie Redding bei: „Viel Erfahrung, gute Spieler, ein guter Trainer – das ist Bamberg. Sie wissen, was sie tun.“

Fragezeichen hinter der Leistung von Jared Jordan

Doch beide US-Amerikaner erinnern sich auch noch gut an die unglückliche Niederlage im Hinspiel. „Das haben wir erst am Ende aus der Hand gegeben“, sagt Redding. Logan hat vermutlich ebenfalls nicht vergessen, dass gerade ihm am Ende die Zielsicherheit fehlte. Er drückt sich aber etwas allgemeiner aus: „In Bamberg haben wir ein paar Chancen liegen gelassen.“ Jetzt kommt die Gelegenheit, das wettzumachen.

Gespannt sind alle besonders darauf, wie weit die Harmonie zwischen der Bamberger Mannschaft und dem vor drei Wochen verpflichteten Jordan vorangeschritten ist. „Er wird schnell ins Team finden“, ist sich Redding sicher, hofft jedoch: „Es muss ja nicht ausgerechnet am Sonnabend passieren.“