Basketball

Alba hält dem Druck stand - und steht im Viertelfinale

Alba Berlin steht im Viertelfinale des Basketball-Eurocups. In einem umkämpften Spiel setzten sich die Berliner am Dienstagabend mit 96:93 gegen den italienischen Pokalsieger Dinamo Sassari durch.

Alba Berlin steht im Viertelfinale des Eurocups

Alba Berlin hat sich in einem umkämpften Spiel in eigener Halle mit 96:93 gegen den italienischen Pokalsieger Dinamo Sassari durchgesetzt. Im Alba-Fantalk der Berliner Morgenpost kommentieren die Spieler David Logan und Jonas Wohlfarth-Bottermann die Partie.

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Der beste Mann des Spiels wünschte sich Valencia. „Ich mag das Wetter dort, die Sonne“, sagte der Centerspieler von Alba Berlin. Soeben hatte seine Mannschaft auch das Achtelfinal-Rückspiel im Basketball-Eurocup gegen Dinamo Sassari mit 96:93 (39:45) gewonnen und damit die nächste Runde erreicht.

Schon das Hinspiel auf Sardinien war 91:83 zu Gunsten der Berliner ausgegangen. Nun wartet Alba, wer sich am Mittwochabend im Duell zwischen Chimki Moskau und dem BC Valencia durchsetzt. Die Chancen, dass Radosevic Sonne tanken kann, stehen günstig: Die Spanier reisten mit einem 75:59-Vorsprung nach Russland.

Vor knapp 8000 Zuschauern in der O2 World hatte Alba zuvor jedoch ein hartes Stück Arbeit zu erledigen. Warnungen vor dem italienischen Pokalsieger hatte es genug gegeben. Und sie waren berechtigt. Die unorthodox spielende Mannschaft ließ sich von einem schnellen 0:4-Rückstand nicht irritieren und machte in weniger als zwei Minuten die nächsten acht Punkte.

Von da an ließen die Gäste mehr als ein Aufschließen der Berliner zum 26:26 und 28:28 (14. Minute) in der ersten Halbzeit nicht zu. Sehr zur Begeisterung von fast 200 Fans aus Sardinien, die es sich nicht hatten nehmen lassen, in ein Charterflugzeug zu steigen, um ihre Mannschaft zu unterstützen.

Sie taten es lautstark, und sie hatten in der ersten Halbzeit viel Grund zum Jubeln. Denn Alba musste permanent Rückständen hinterherlaufen. „Wir haben keinen Rhythmus gefunden“, sagte Alba-Sportdirektor Mithat Demirel, „wir haben da zu viel nur mitgespielt.“

Coach Obradovic unzufrieden

An der Seitenlinie haderte Trainer Sasa Obradovic mit der Vorstellung seiner Schützlinge, die für jeden Punkt schuften mussten. Zwar hatten sie die gefürchteten Distanzschütze Sassaris wie schon im Hinspiel jetzt noch recht gut unter Kontrolle. Doch unter dem Alba-Korb offenbarten sich teilweise riesengroße Lücken, was die Sarden zu nutzen wussten.

Eine kurze Rangelei zwischen Akeem Vargas auf Berliner und Caleb Green auf Sassari-Seite führte zu einem Technischen Foul für beide, es war jeweils schon ihr drittes; danach hatten beide ihre Emotionen wieder besser unter Kontrolle. Das Geschehen auf dem Parkett allerdings kontrollierten weiter die Italiener.

Bei Alba lief nicht viel wie gewünscht. Hatten sie im Hinspiel noch das Geschehen unter den Körben im Griff gehabt, waren die Gäste dort mindestens ebenbürtig. Coach Romeo Sacchetti konnte wegen der Führung seinen Stammkräften Ruhepausen gönnen, um Kräfte für eine möglicherweise enge Schlussphase zu sparen.

Wo war die berühmte Heimstärke der Berliner? In dieser Saison hatten sie bisher alle ihre acht Partien im Eurocup in der O2 World gewonnen. Auch in der Bundesliga gab es in elf Partien nur eine Niederlage. Doch es würde ein schwerer Kampf werden, diese Bilanz zu verbessern, das war nach den ersten zwanzig Minuten sonnenklar.

Und es wurde nach klarer, da waren in der zweiten Hälfte gerade 50 Sekunden vorüber. Denn Drew Gordon brachte mit einem Tipp-In seine Mannschaft mit 49:39 in Führung. Albas acht-Punkte-Vorsprung aus dem Hinspiel war verbraucht. Und noch einmal gut zwei Minuten darauf lagen die Sarden sogar 57:44 vorn.

Spätestens jetzt aber erwachte der Kampfgeist der Hausherren. Angeführt von Reggie Redding (15 Punkte) und Radosevic (18) legten die Berliner zunächst eine 9:0-Punkteserie hin und hatten wieder Anschluss gefunden (25. Minute). Viel besser lief jetzt das Alba-Spiel, während die Gäste mit ihren Dreierversuchen noch immer meist erfolglos blieben. Und die Berliner ließen nicht nach, wollten endlich ihre erste Führung seit dem 4:0 zu Beginn erobern. Bis ins vierte Viertel mussten sie sich gedulden, ehe Alex King mit einem Dreier das 68:66 markierte. Kurz darauf brachte der stark aufspielende Radosevic seine Mannschaft sogar mit 74:69 in Führung.

Doch auch Sassari dachte nicht ans Aufgeben, obwohl die Hoffnung auf einen Neun-Punkte-Sieg nun immer geringer wurde. Der nur 1,65 kleine Amerikaner Marques Green wuchs jetzt über sich hinaus und verwandelte zwei Dreier, wieder lag der Gast 78:76 vorn.

Nervenstark in der Schlussphase

Wieder reagierte Alba, Clifford Hammonds Steal mit anschließendem Korbleger brachte das 85:82, der letzte von drei Dreiern David Logans eineinhalb Minuten vor Schluss das 90:84 und die Entscheidung darüber, wer ins Viertelfinale einziehen würde. „Wir wussten, dass wir dran bleiben müssen und unsere Chance nutzen, wenn sie kommt“, sagte Jan Jagla, „und das haben wir getan. So wie eigentlich immer: Wenn es wirklich wichtig war, haben wir in dieser Saison gewonnen.“

Sassari hat auf seinem Weg in diesem Eurocup-Wettbewerb mit Oldenburg und Bamberg zwei deutsche Gegner aus dem Wettbewerb geworfen. Und die Berliner, Korac-Cup-Sieger von 1995 und 2010 Finalist im Eurocup, haben ein neuerliches Achtungszeichen in Europa gesetzt. Damals verloren sie das Endspiel übrigens gegen Valencia.