Albas Basketballteam stand in den Letzten 32 des Eurocups schon als uneinholbarer Tabellenführer der Gruppe N fest, als vergangenen Mittwoch die Serie von 17 Siegen in Folge riss. Der Niederlage in Straßburg, die folgenlos blieb, folgte am Sonnabend die in Hagen, die bei der Vergabe der Play-off-Plätze noch sehr weh tun könnte. Am Mittwoch nun verabschiedet sich das Team von Sasa Obradovic gegen Radnicki Kragujevac aus Serbien aus der zweiten Runde des Eurocups (20 Uhr, O2 World). Wieder ändern Sieg oder Niederlage nichts daran, dass die Berliner in die K.o.-Runde des Achtelfinales einziehen. Fraglich ist aber, wie sehr eine dritte Niederlage in Folge Alba aus der Bahn werfen würde. Denn Sportdirektor Mithat Demirel hatte vor allem in Hagen gesehen, dass es der im Sommer neu zusammen gestellten Mannschaft trotz der bravourösen Serie zuvor noch an „Reife“ fehle.
Endlich wieder ein Heimspiel
„Auch wenn sich in der Tabelle nichts ändert, für uns ist das Spiel gegen Kragujavec sehr wichtig“, sagt David Logan, der mit seiner Erfahrung eine der stabilisierenden Kräfte im Team sein soll. „Wenn du 17 Spiele in Folge gewinnst, sind natürlich alle heiß auf dich, und uns hat es etwas an Konzentration und Energie gefehlt. Wir wollen das Spiel gegen die Serben nutzen, um wieder zu dem Spiel zu finden, mit dem wir so erfolgreich waren.“
Auch Alex King soll mit seiner Energie und seinem Willen mithelfen, dass sein Team ohne allzu große Schwankungen den dicht gedrängten Terminkalender bewältigt. Und er hatte sich schon während der Siegesserie gefragt, was passieren würde, wenn Alba wieder verliert. „Ich hatte dann vor Hagen ein gutes Gefühl, aber wir haben es vor allem im Angriff nicht hinbekommen“, erzählt der Nationalspieler. „Jetzt wollen wir vor unseren eigenen Fans wieder Energie laden und unser Selbstvertrauen zurückgewinnen, denn danach warten auf uns wieder vier Auswärtsspiele.“
Dass es in der Offensive nicht so lief, lag auch daran, dass Leon Radosevic verletzt fehlte und Jonas Wohlfarth-Bottermann sich unter den Körben nicht wie erhofft durchsetzen konnte. „Jonas wird daraus lernen“, glaubt Coach Obradovic und erzählt nicht ganz ohne Stolz, dass sein junger Center die Coaches am Sonntag um ein individuelles Extra-Training gebeten hat. „Er hatte Probleme, den Ball wieder nach draußen zu passen. Daran haben wir dann gearbeitet.“
Marinovic kehrt in die O2 World zurück
Man darf gespannt sein, ob die Extraschicht schon gegen die Serben Früchte trägt. Alba gewann zwar in Kragujevac 85:75 nach Verlängerung, aber die Serben kommen als Tabellenzweiter nach Berlin und können mit einem Sieg ihre Chance aufs Achtelfinale wahren. Kopf der Mannschaft, die über extrem viele Schützen verfügt, ist Marko Marinovic, der in der Saison 2010/11 das Alba-Trikot trug. Er spielt bislang eine starke Saison und ist mit im Schnitt 8,5 Assists sogar bester Passgeber des Eurocups.
Sehr viel reifer sei er geworden, erzählt Obradovic und fängt an zu kichern. „Na ja“, erzählt er nach einigem Zögern. Der beste Verteidiger sei er bekanntermaßen nicht und im Spiel gegen Roter Stern Belgrad hätte ihm „sein Coach geraten, einfach mal die Schuhe neu zu binden, um ein wenig zu verschnaufen“.
Ob sich Marinovic noch im Achtelfinale die Schuhe binden wird, entscheidet sich im Spiel gegen Alba. Die Berliner hingegen treffen sicher auf den Zweiten der Gruppe J. Das wird entweder Italiens Pokalsieger Sassari oder Bamberg. Die Franken treten auf Sardinien an und können sich sogar eine Zehn-Punkte-Niederlage erlauben.




